Ich bin Kontaktperson: Was muss ich jetzt tun?

„Du bist Kontaktperson“ – diese Botschaft erhalten immer mehr Wiesbadener, weil sie mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten. Doch was ist dann zu tun? In unserer Übersicht lest ihr, wie ihr euch als Kontaktperson verhalten müsst.

Ich bin Kontaktperson: Was muss ich jetzt tun?

Immer mehr Wiesbadener infizieren sich mit dem Corona-Virus – dementsprechend gelten auch immer mehr Menschen als Kontaktpersonen. Wir haben euch schon erklärt, was zu tun ist, wenn euer eigener Corona-Test positiv ausfällt. Heute zeigen wir euch, worauf ihr achten müsst, wenn ihr Kontaktperson seid.

Wer gilt als enge Kontaktperson eines Infizierten?

Wer genau als Kontaktperson gilt, hat das Robert Koch-Institut festgelegt. Somit sind alle Menschen enge Kontaktpersonen, die in den letzten zwei Tagen vor dem positiven Testergebnis, vor dem Beginn von typischen Symptomen oder seit Durchführung des Tests engen persönlichen Kontakt mit einem Infizierten hatten. Enger Kontakt besteht in folgenden Fällen:

  • Man hat länger als 10 Minuten den Mindestabstand (unter 1,5 Meter) zu einer infizierten Person nicht eingehalten und dabei keine OP- oder FFP2-Maske getragen.

  • Man hat sich unabhängig von der Dauer des Gesprächs ohne Maske mit einer infizierten Person unterhalten.

  • Man hat sich länger als 10 Minuten mit einer positiv getesteten Person in einem Raum aufgehalten, in dem wahrscheinlich eine hohe Aerosol-Konzentration war, auch wenn man eine Maske getragen hat.

  • Als Angehöriger des gleichen Haushalts, also jemand, der mit der infizierten Person zusammenwohnt, gilt man ebenfalls als enge Kontaktperson wenn man Kontakt zur jeweiligen Person hatte.

Was muss ich tun, wenn ich Kontaktperson bin?

Die positiv getestete Person muss zunächst einmal alle Kontaktpersonen über ihr Testergebnis informieren. Jetzt kommt es darauf an, ob diese vollständig geimpft, genesen oder ungeimpft sind.

Frisch geimpfte, geboosterte, genesene oder geimpfte und genesene Kontaktpersonen:

Alle Kontaktpersonen, die eine Auffrischungsimpfung vorweisen können, frisch doppelt geimpft oder genesen (Impfung/Erkrankung liegt weniger als drei Monate zurück) oder geimpfte Genesene sind, sind von der Quarantäne ausgenommen. Sie müssen also nichts weiter tun. Natürlich gilt: Wer Symptome hat, sollte sich trotzdem von anderen fernhalten und sich testen lassen.

Ungeimpfte und nicht genesene Kontaktpersonen:

Alle anderen Kontaktpersonen müssen in Quarantäne gehen, dürfen ihre Wohnung also nicht ohne guten Grund verlassen. Gute Gründe sind zum Beispiel medizinische Notfälle, dringende Arztbesuche oder Corona-Tests. Wieder aus der Quarantäne heraus kann man automatisch nach Ablauf von zehn Tagen nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person. Bei der Berechnung der Frist wird der Tag des letzten Kontakts allerdings nicht mit eingerechnet. Das heißt, Frist von zehn Tagen beginnt erst am darauffolgenden Tag. Nach zehn Tagen endet die Quarantäne automatisch, man muss also keinen Test mehr machen.

Aber: Kontaktpersonen können sich schon nach dem siebten Tag mit einem PCR- oder zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten lassen. Schüler können sich bereits nach fünf Tagen freitesten lassen. Den Testnachweis muss man zwar nicht an das Gesundheitsamt schicken, man muss ihn aber bis eine Woche nach Ablauf der regulären Absonderungsdauer aufbewahren und dem Amt auf Verlangen vorlegen.

Was muss ich tun, wenn ich mit einer positiv getesteten Person zusammenlebe?

Auch bei Menschen, die mit einer positiv getesteten Person zusammenleben, kommt es darauf an, ob sie geimpft, genesen oder ungeimpft sind. Symptome spielen ebenfalls eine große Rolle. So muss man – egal ob geimpft oder ungeimpft – nicht in Quarantäne, wenn man seit dem Zeitpunkt des positiven Tests und in den letzten zehn Tagen davor keinen Kontakt zum positiv getesteten Mitbewohner hatte. Ansonsten gilt Folgendes:

Frisch geimpfte, geboosterte, genesene oder geimpfte und genesene Mitbewohner:

Auch bei Mitbewohnern gilt: Wer geboostert, frisch geimpft oder frisch genesen (Impfung/Erkrankung liegt weniger als drei Monate zurück) oder geimpft und genesen ist, muss nicht in Quarantäne. Allerdings muss man dafür symptomlos sein. Trotzdem solltet ihr euch, wenn möglich, zeitlich und räumlich voneinander trennen. Das Land empfiehlt zum Beispiel, nicht gemeinsam zu essen und dass sich die infizierte Person in einem anderen separaten Raum aufhält.

Ungeimpfte und nicht genesene Mitbewohner:

Alle anderen müssen grundsätzlich in Quarantäne gehen. Der Quarantänezeitraum beginnt zeitgleich mit dem der positiv getesteten Person. Man darf die Wohnung also nicht ohne guten Grund verlassen. Gute Gründe sind zum Beispiel medizinische Notfälle, dringende Arztbesuche oder Corona-Tests. Zehn Tage später dürfen auch die Mitbewohner regulär die Quarantäne verlassen. Für die Berechnung der 10-Tage-Frist wird der Tag des Tests nicht mit eingerechnet, das heißt die Absonderungsfrist beginnt erst am darauffolgenden Tag.

Aber auch für Mitbewohner gilt: Man kann sich schon nach dem siebten Tagen mit einem PCR- oder zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten lassen. Schüler können sich bereits nach fünf Tagen freitesten lassen. Den Testnachweis muss man zwar nicht an das Gesundheitsamt schicken, man muss ihn aber bis eine Woche nach Ablauf der regulären Absonderungsdauer aufbewahren und dem Amt auf Verlangen vorlegen.

Ich bin eine enge Kontaktperson, aber das Gesundheitsamt hat mich nicht informiert. Was soll ich tun?

Aufgrund der aktuell sehr hohen Fallzahlen kann das Gesundheitsamt nicht mehr alle Infizierten und Kontaktpersonen anrufen. Enge Kontakte mit Bezug zu vulnerablen Gruppen oder Menschen, die nicht geimpft werden können, werden derzeit priorisiert. Wer einen solchen Bezug hat, soll sich unter der Mail-Adresse pandemie2020@wiesbaden.de mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Enge Kontaktpersonen sollen sich aber auch ohne Anruf des Amts absondern und an die Regeln halten.

Weitere Infos zur Quarantäneverordnung findet ihr hier.

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