Hessen ändert Corona-Strategie

Die hessische Landesregierung passt die geltenden Corona-Regelungen an die im Bundesinfektionsschutzgesetz an.

Hessen ändert Corona-Strategie

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) wollen künftig die aktuelle Pandemielage anders beurteilen als bisher. Das teilten die Politiker am Dienstag während einer Pressekonferenz in Wiesbaden mit. Demnach sollen die Neuregelungen in Hessen an die im Bundesinfektionsschutzgesetz angepasst werden.

So werde die Infektionsinzidenz nicht mehr alleiniger Indikator für die Coronavirus-Schutzmaßnahmen sein, sondern sowohl die Hospitalisierungsinzidenz als auch die Belegung der Intensivbetten wichtige Maßstäbe sein, teilte Bouffier mit. „Mit den Neuregelungen der Verordnung findet ein Systemwechsel statt. Die Infektionsinzidenz als bislang wichtigster Indikator wird durch einen neuen Fokus auf die Situation in den hessischen Krankenhäusern ersetzt und auch die Kontaktnachverfolgung ist künftig nur noch in bestimmten Bereichen erforderlich.“

Außerdem werde Hessen ab dem 16. September ein 2G-Optionsmodell einführen. Das ermögliche es Veranstaltern und privaten Betreibern künftig, nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren. Dann seien auch die coronabedingten Einschränkungen wie Abstandsregeln oder eine Maskenpflicht aufgehoben. „Für Geimpfte und Genesene sind das wesentliche Erleichterungen“, so Bouffier und Klose.

66 Prozent der Hessen seien inzwischen geimpft, 62 Prozent vollständig. Alle, die sich noch nicht haben impfen lassen sollten die kostenlosen Impfangebote in Hessen nutzen, appellierten die Politiker.

Was an der hessischen Coronavirus-Schutzverordnung geändert wurde:

Innenbereich:

Die 3G-Regelungen gelten in Innenbereichen von Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen, Museen, Sportstätten, Gaststätten sowie bei körpernahen Dienstleistungen. Einen Negativnachweis müssen Gäste, Kunden sowie Mitarbeitende vorlegen. Das Personal kann an zweimal wöchentlichen Betriebstestungen teilnehmen.

Veranstalter und private Betreiber können auch ausschließlich Geimpfte und Genesene einlassen. Dann gilt die 2G-Regelung auch für das Personal. Abstandsregeln, Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkungen entfallen dann. Ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren.

Übernachtungsbetriebe

Negativnachweise sind bei der Anreise und zweimal wöchentlich erforderlich.

Außenbereich

Ein 3G-Nachweis ist nur bei Veranstaltungen von mehr als 1.000 Personen notwendig.

Veranstaltungen

Bei mehr als 25 Personen gilt für den Innenbereich 3G (optional 2G) mit Maskenpflicht am Platz. Sind bis zu 500 Personen anwesend, sind Geimpfte und Genesene genehmigungsfrei. Im Außenbereich ab 1.000 Personen sind Geimpfte und Genesene genehmigungspflichtig.

Kontaktdatenerfassung

Lediglich in Diskotheken und Bordellen sowie in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Personen ist weiterhin die Kontaktnachverfolgung notwendig (z.B. Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime).

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