Mit Regenbogenflagge durch die Innenstadt

„Einfach für alle“ - unter diesem Motto zogen am Samstagmittag mehrere hundert Menschen beim diesjährigen Christopher Street Day durch die Wiesbadener Innenstadt.

Mit Regenbogenflagge durch die Innenstadt

Regenbogenfahnen, fröhliche Musik und gut gelaunte Menschen: Am Samstagmittag zogen die Teilnehmer des diesjährigen Christopher Street Day, kurz CSD, durch die Wiesbadener Innenstadt. Mehrere hundert Menschen hatten sich versammelt, um unter dem Motto „Einfach für alle“ für eine zusammenhaltende Gesellschaft, Akzeptanz und Vielfalt zu demonstrieren.

Akzeptanz und gleiche Rechte

Weltweit finden zwischen Juni und August Paraden und Demonstrationen statt, um gegen die Diskriminierung Homo-, Bi-, Trans- und Intersexueller zu protestieren und deren Rechte zu stärken. Seit 2012 feiern Aktivisten und Unterstützer den CSD auch in Wiesbaden. Nach dem Auftakt am Warmen Damm zog die Demonstration mitsamt einer meterlangen Regenbogenfahne über den Schlossplatz zum Schlachthof, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Angst vor dummen Sprüchen oder gar Gewalt, wenn man als Paar auftritt, Diskriminierung am Arbeitsplatz, die rechtlichen Schwierigkeiten, mit denen sich gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern auseinandersetzen müssen: Die Gründe, aus denen die Menschen auf die Straße gehen, sind vielfältig.

„Wir sind erst zufrieden, wenn wir alle die gleichen Rechte haben!“, erklärte Manuel Wüst, Vorsitzender des Vereins „Warmes Wiesbaden“ während seiner Rede bei der Abschlusskundgebung und erntete dafür Applaus. Unter anderem auch von Oberbürgermeister Sven Gerich, der sich für die Arbeit des Vereins bedankte: „Wir werden euch unterstützen, wo wir können. Danke, dass ihr nicht nachlasst!“

„Ein bisschen Heimat“

Das diesjährige Motto, „Einfach für alle“, bezieht sich auf die Neuerungen, mit denen die Veranstalter den CSD für noch mehr Teilnehmer zugänglich machen wollen: „In diesem Jahr haben wir erstmals eine Gebärdendolmetscherin dabei, außerdem ist ein Awarenessteam unterwegs, das bei Problemen jeglicher Art jederzeit ansprechbar ist“, erklärte Wüst.

Die Veranstalter wollen sich künftig bemühen, auf Barrierefreiheit zu achten. „Das Schlachthofgelände ist da unproblematisch, aber gerade bei kleineren Veranstaltungen wollen wir künftig darauf achten, sie auch für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen.“ Zudem soll das Motto ein Zeichen gegen Diskriminierung, auch innerhalb der Community, setzen. „Wir wollen niemanden ausschließen. Wir sind vielfältig und wir zeigen das auch“, so Wüst.

„Wir sind alle eins”, findet auch Diala. Die gebürtige Syrerin lebt seit über zwei Jahren in Deutschland und ist glücklich, ihre Liebe frei leben zu können: „Es ist ein großartiges Gefühl, hier auf dem CSD zu sein und mich für das einzusetzen, wozu ich Zuhause nicht die Chance hatte.“

Unter den vielen Menschen, die nach der Abschlusskundgebung auf dem Schlachthofgelände feiern, ist auch Tobi, der nach einem Auslandssemester in den USA seit einer knappen Woche wieder in Deutschland ist. „Der Wiesbadener CSD ist immer der erste im Jahr und ein schöner Auftakt“, erzählt er.

„Besonders schön finde ich, dass es hier nicht so kommerziell ist. Außerdem ist es klein und familiär.“ Tobi begrüßt zahlreiche Bekannte, tanzt mit einer Freundin und gratuliert einem befreundeten Paar zur Verlobung. „Für mich ist CSD auch ein bisschen Heimat.“

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