Gastronomie im Künstlerviertel kommt zu kurz

Wer im Wiesbadener Künstlerviertel ein Restaurant oder eine Bar sucht, wird feststellen, dass für Kulinarisches dort wenig Platz ist. Anwohner sind auf andere Stadtviertel oder den Lieferservice angewiesen, wenn sie Appetit auf Pizza & Co. haben.

Gastronomie im Künstlerviertel kommt zu kurz

Viele Menschen, wenig Gastronomie: Rund 1.400 Wiesbadener leben im Künstlerviertel. Doch auf der Fläche von 194.500 Quadratmetern gibt es außer Wohnungen nicht viel: Auf dem Gelände, das früher ein Güterbahnhof war, fehlt es an Restaurants und Bars.

Größere Auswahl gewünscht

„Ich finde es schade, dass an diesem riesigen Platz nichts stattfindet.“ - Merkurist-Leserin

Im Mittelpunkt des Wohnquartiers liegt der Christa-Möring-Platz. Doch ein richtiger Treffpunkt ist er nicht. „Der Platz ist eine Betonwüste. Warum hat man den Platz damals so riesig geplant, wenn da jetzt nichts ist?“, fragt sich eine Merkurist-Leserin aus dem Rheingauviertel. Sie finde es schade, dass an dem Platz so wenig Leben herrscht. Diese Meinung teilen auch andere Bewohner, die direkt im Künstlerviertel oder der näheren Umgebung leben.

Die 36-jährige Mona lebt mit ihrer Familie direkt am Christa-Möring-Platz und bedauert den Mangel an Möglichkeiten, in ihrem Quarter eben mal schnell etwas essen zu gehen. Um mit ihrem Mann und den zwei Töchtern ein geeignetes Restaurant zu finden, sei sie immer auf längere Wege angewiesen. „Ich würde mich freuen, wenn es zumindest ein paar mehr Lokale gäbe, die auch mit Kindern unkompliziert zu erreichen sind“, sagt sie.

Wohnhäuser dominieren

„Die Gegend ist nicht gerade zentral und die Immobilien ungeeignet.“ - Francesco, 33

Direkt am Christa-Möring-Platz war war bis vor Kurzem noch ein Thai-Restaurant ansässig. Inzwischen hat es aber geschlossen. Eine hohe Miete für die Ladenlokalfläche sei vielen Restaurantbesitzern zu teuer, vermutet ein Merkurist-Leser. Außerdem seien die baulichen Gegebenheiten offensichtlich nicht geeignet für die Nutzung durch Restaurants oder Cafés, da das Viertel in erster Linie aus Wohnhäusern besteht: Einfamilienhäuser, Reihenhäuser oder auch Wohngruppen prägen das Bild des Viertels.

Für einen Gastronomen sei die Gegend um den Christa-Möring-Platz eher unattraktiv, sagen Experten. „Die Gegend ist nicht gerade zentral und die Immobilien meiner Meinung nach ungeeignet, um sie als Lokal zu nutzen“, sagt der 33-jährige Francesco, der mit seiner Familie das traditionelle italienische Restaurant Pizzeria Portofino in direkter Innenstadtnähe führt. Als Voraussetzung für ein erfolgreiches Restaurant sieht er in erster Linie eine gute Lage. Diese sei, natürlich neben einer hohen Qualität des Essens, unabdingbar.

Gute Entwicklung, nur nicht in der Gastronomie

„Es ist ja grundsätzlich schon ein Viertel, in dem man viel zu Fuß machen kann, aber mit Gastronomie hapert es“, fasst die Leserin zusammen, die mit ihrem Snip auf das Thema aufmerksam gemacht hat. In der Umgebung gebe es neben einigen Imbissen, einem Café und einem Italiener in einer Turnhalle keine große Auswahl, obwohl sich die Gegend derzeit sehr gut entwickeln würde, zumindest, was den Einzelhandel anbelangt. Es gibt zum Beispiel einen neuen Edeka, demnächst wird eine neue Lidl-Filiale eröffnet und es gibt mehrere Bäckereien zur Auswahl.

Wenn der Hunger zu groß wird, können die Anwohner jedoch immer noch auf den Lieferservice zurückgreifen: Angebote wie Lieferheld oder Lieferando werden in der Wohngegend regelmäßig genutzt.

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