Bäcker-Bistro soll Wiesbadens Künstlerviertel beleben

Ein neues Bistro-Café direkt neben dem Caritas-Altenheim Haus LeNa soll den Christa-Moering-Platz mitten im Wiesbadener Künstlerviertel zum Ort der Begegnung aufwerten.

Bäcker-Bistro soll Wiesbadens Künstlerviertel beleben

Der Christa-Moering-Platz gilt als „Lebensmittelpunkt" des 2006 entstandenen Künstlerviertels auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Wiesbaden West. Benannt ist er nach der Wiesbadener Malerin und ersten Ehrenbürgerin Christa Moering, die 2008 persönlich das Namensschild enthüllte.

Doch der zentrale Platz wirkt seit Jahren eher funktional als einladend: großformatige Betonplatten, wenig Grün, kaum Aufenthaltsqualität – und vor allem: Leerstand. Bereits 2021 berichtete das Sensor-Magazin, dass ein Bäckerladen und zwei Gastronomiebetriebe am Platz nicht bestehen konnten. Seither standen die Räume weitgehend ungenutzt, zwischenzeitlich war laut dem Magazin sogar eine Umnutzung als Ausbildungsstätte für Altenpfleger im Gespräch.

Neues Konzept: Bäcker-Bistro mit Gastgeberqualitäten

Ende Mai diesen Jahres gab es einen Wendepunkt. Da hat Ahmed Arnaout, ein erfahrener Gastronom aus Hamburg, am Christa-Moering-Platz direkt neben dem Caritas-Altenheim Haus LeNa das Bäcker-Bistro „De Limi“ eröffnet.

Das Konzept dahinter: Über die Nahversorgung der rundum wohnenden Menschen hinaus soll das Bistro-Café als niedrigschwelliger Begegnungsort auch für die Bewohner des Altenheims zur Belebung des Platzes im Künstlerviertel beitragen.

Die etwa neun Meter lange, raumhohe Fensterfront öffnet sich direkt zum Platz. Laut Immobilienanzeige ist eine teilkonzessionierte Bistro-Küche (ohne Alkoholausschank und mit vereinfachter Ausstattung) vorhanden und die Pacht gilt als moderat. In Absprache mit der Stadt ist zudem Außengastronomie möglich. Innen gibt es eine (während des Betriebs) offene Tür, die den direkten Zugang vom Haus LeNa ermöglicht.

Altenheim als Nachbar: Haus LeNa

Das Haus LeNa („Lebendige Nachbarschaft") bietet 24 pflegebedürftigen Menschen in zwei Wohngruppen ein Zuhause. Es wurde laut Caritas mit dem Ziel entwickelt, einen „Wohn- und Lebensraum mit unverwechselbarem Charakter" zu schaffen. Die exponierte Lage des Altenheims Tür an Tür mit dem Bistro am zentralen Platz im Neubaugebiet Künstlerviertel bietet viel Potenzial für einen Begegnungsort.

Das sieht auch Ahmed Arnaout: „Zu uns kommen Menschen aus der Umgebung, Personal und Bewohner des Hauses LeNa teils mit Angehörigen, Frühstücksgäste und ‘Gassigeher’ – eine ganz bunte Mischung“. Das Angebot an Speisen und Getränken reicht von Backwaren, Kuchen, Frühstück und Eis bis zu alkoholfreien Heiß- und Kaltgetränken. Geöffnet ist das Bäcker-Bistro täglich von 7:30 Uhr bis 18:30 Uhr.

Ein Platz mit Potenzial zum Stadtteil-Treff

Nach etwas über vier Monaten inklusive Ferienzeit ist es laut dem Inhaber noch zu früh, um Bilanz zu ziehen. Schaut man auf Seiten der Gäste, wird das „De Limi“ laut dem Portal coolibri.de von vielen als Ort empfunden, an dem „der Mensch im Mittelpunkt steht“.

Dass mit Altenheimen verbundene Cafés oder Bistros nachhaltig erfolgreich zu Quartierstreffpunkten werden können, zeigen Beispiele aus anderen Städten. In Düsseldorf-Gerresheim etwa treffen sich junge Familien, Senioren und Anwohner seit vielen Jahren im Café Frau Heye, das zu einer festen Größe im Stadtteil gewachsen ist.

Wie in Düsseldorf könnte auch am Christa-Moering-Platz ein solches Angebot dazu beitragen, dass aus einem funktionalen Neubauviertel ein lebendiger Stadtteil mit festen Begegnungsorten wird.