Dienstwagen-Ranking: Ministerpräsident Bouffier auf letztem Platz

Deutsche Umwelthilfe kritisiert hohen CO2-Ausstoß von Dienstwagen deutscher Politiker

Dienstwagen-Ranking: Ministerpräsident Bouffier auf letztem Platz

Beim Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erneut auf den letzten Platz. Demnach bringt sein Fahrzeug um ein Vielfaches mehr CO2-Ausstoß auf die Straße als der EU-Flottengrenzwert erlaubt.

Die DUH befragte für ihr Ranking 247 Politiker auf Bundes- und Landesebene. 83 Prozent der Fahrzeuge überschreiten demnach den EU-Flottengrenzwert für CO2 von 95 g/km im Betrieb um mindestens 20 Prozent. Schlusslichter sind, neben Volker Bouffier, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und der Nordrhein-Westfälische Innenminister Herbert Reul. Alle drei fahren einen Audi A8 als Dienstwagen. Sein Ausstoß: 488 g/km CO2, also fünfmal so viel wie der erlaubte EU-Grenzwert.

„Große Versäumnisse“

Auch die Bundesregierung schneidet schlecht ab: Demnach würden von neun Fahrzeugen der Bundesministerinnen und -minister sieben den CO2-Flottengrenzwert von 95 g/km auf der Straße deutlich überschreiten. Dieser betrage durchschnittlich 208 g/km und habe sich damit gegenüber 2021 (229 g CO2/km) wenig verändert. Hervorzuhaben seien lediglich einzelne Fälle, wie der Grünen-Politiker Cem Özdemir und die Umweltministerin Steffi Lemke, die mit reinen Elektroautos unterwegs sind. Einzig die Staatssekretäre Jennifer Morgan, Sven Giegold und Udo Philipp verzichten ganz auf persönliche Dienstwagen.

„Die überwältigende Mehrheit gibt sich bloß einen grünen Anstrich, anstatt wirklich klimafreundlich unterwegs zu sein.“ - Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH

Laut Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, würden die Politiker „im Verkehr auf Placebo-Politik setzen statt Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die tatsächlich CO2-Emissionen senken“. Versäumnisse gebe es beim Tempolimit, bei der Dienstwagenregulierung oder dem Dieselprivileg – und den eigenen Dienstfahrzeugen. „Die überwältigende Mehrheit gibt sich bloß einen grünen Anstrich, anstatt wirklich klimafreundlich unterwegs zu sein.“

Immerhin habe sich der Anteil batterie-elektrischer Dienstwagen seit vergangenem Jahr von sieben auf 14 Prozent verdoppelt. „Das reicht aber nicht angesichts der Herausforderungen durch die Klimakrise gerade im Verkehrssektor“, resümiert Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung der DUH.

Mehr Infos zum Dienstwagen-Check der DUH findet ihr hier.

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