Wespe erschlagen – 50.000 Euro Strafe zahlen?

Gerade im Hochsommer vermiesen sie einem gerne das Eis oder den Grillabend – Wespen. Doch ist es strafbar, eine Wespe zu erschlagen? Und wie werde ich die Insekten wieder los?

Wespe erschlagen – 50.000 Euro Strafe zahlen?

Sie sind schwarz-gelb, aufdringlich und die Begegnung mit ihnen kann schmerzhaft sein: Die Rede ist von Wespen. Derzeit sind sie besonders aktiv und können gerade bei der Hitze richtig aktiv werden. So manch einer greift da schnell zur Zeitung und schlägt zu.

Doch das kann teuer werden. Zumindest in der Theorie, denn laut Bußgeldkatalog können für eine solche Tat in Hessen bis zu 5000 Euro fällig werden, bei besonders geschützten Wespenarten sogar 50.000 Euro. Das droht, wenn man die Insekten ohne vernünftigen Grund fängt, verletzt oder tötet. Auch wenn Brutstätten zerstört werden, kann das ein Bußgeld nach sich ziehen.

Das Rechercheportal correctiv.org hat sich dem Thema Bußgeld fürs Wespen-Töten gewidmet. Dazu wurde Kontakt zu den zuständigen Behörden mehrerer Bundesländer in Deutschland aufgenommen und gefragt, ob sie ein Bußgeld für das Töten von Wespen verhängen würden. Das Ergebnis war eindeutig: „Keine der Behörden, mit denen wir gesprochen haben, verhängt Bußgelder von mehreren tausend Euro für das Töten einer einzelnen Wespe“, so Correctiv.

Außerdem seien die Tiere im Naturschutzgesetz nicht explizit erwähnt. Die entsprechenden Paragraphen betreffen alle wildlebenden Tierarten. Schwer vorstellbar also, dass für das Töten einer Wespe ähnliche Strafen verhängt werden wie etwa bei einem Angriff auf ein Reh oder einen Fuchs. Generell wird es auch schwer zu kontrollieren sein, ob man in seinem Garten oder beim Frühstück auf dem Balkon eine Wespe erschlagen hat.

Tipps gegen nervige Wespen

Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es einige Tipps, wie man Wespen wieder los wird. Wenn euch Wespen zu nahe kommen, solltet ihr auf keinen Fall pusten. Denn das CO2 in der Atemluft löst bei den Tieren ein Alarmsignal aus. Auch wild um euch schlagen solltet ihr möglichst nicht, rät der NABU. Denn Wespen stechen dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Am besten ist es Ruhe zu bewahren. Prinzipiell hilft es auch, auf Parfüms und duftende Deos oder Cremes sowie bunte Kleidung zu verzichten, denn das zieht die Wespen unwillkürlich an. Süßes Essen sollte im Freien abgedeckt und Reste entfernt werden. Nach dem Essen sollte vor allem den Kindern der Mund abgewischt werden. Übrigens finden nur zwei der acht in Deutschland vorkommenden Wespenarten Süßes und Fleisch anziehend: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.

Ihr könnt die Tiere ablenken, indem ihr etwas Süßes fünf bis zehn Meter entfernt von eurem Gartentisch platziert. Am besten, so der NABU, eignen sich dafür überreife Weintrauben. Marmelade oder Honig ist hingegen weniger geeignet, da das die Wespen aggressiv machen könnte. Bei einem Stich können halbierte Zwiebeln helfen, die direkt auf die Stelle gedrückt werden. Schmerz und Schwellung können so gelindert werden.

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