Tempo 30, Spielstraßen und Radwege - neues Mobilitätsleitbild für Wiesbaden wird vorgestellt

Pendler, Lieferanten und Anwohner sorgen in Wiesbaden regelmäßig für verstopfte Straßen. Betroffene aus verschiedenen Branchen haben sich jetzt Gedanken darüber gemacht, wie diese Probleme in der Zukunft gelöst werden könnten.

Tempo 30, Spielstraßen und Radwege - neues Mobilitätsleitbild für Wiesbaden wird vorgestellt

800.000 Autofahrten gibt es täglich in Wiesbaden, das schätzen die Verkehrsexperten vom Tiefbau- und Vermessungsamt. In den kommenden Jahren soll die Zahl aktuellen Prognosen zufolge sogar noch steigen. Dabei verstopfen die Autos schon jetzt regelmäßig und vor allem zu Stoßzeiten die Straßen. In einer Studie des Navigationsherstellers TomTom belegte Wiesbaden im letzten Jahr sogar Platz drei der größten Staustädte deutschlandweit (wir berichteten).

Ideen von unterschiedlichen Beteiligten

Doch wie könnte sich die Situation auf Wiesbadens Straßen in den kommenden zehn bis 20 Jahren verbessern, ohne dass einzelne Gruppen benachteiligt werden? Diese Frage hat die Stadtverordnetenversammlung an die Bürger weitergegeben. Ziel war es, Probleme festzustellen und mögliche Lösungsansätze zu finden, denen die Betroffenen auch zustimmen können. So haben sich rund 80 Interessensvertreter zusammengesetzt und Ideen gesammelt, die die Grundlage des neuen städtischen Mobilitätsleitbildes bilden.

Die Vorschläge stammen unter anderem von Taxifahrern, die täglich in der Stadt unterwegs sind, aber auch von großen Arbeitgebern, die für ihre Mitarbeiter erreichbar sein müssen. Der Mieterschutzbund, das Jugendparlament, Einzelhändler, die auf Lieferverkehre angewiesen sind und auch Umweltschützer haben sich eingebracht. Fast alle waren sich einig, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf nur noch 30 Km/h flächendeckend in er Innenstadt sinnvoll sein könnte.

Weitere Ideen sollen für mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger sorgen. So sollen breite Straßen besser aufgeteilt werden, und jeder Gruppe einen geschützten Bereich zu bieten. Pendler könnten aus der Innenstadt herausgehalten werden, wenn sie außerhalb genügend Stellplätze finden, von denen aus sie mit Leihrädern oder Shuttelverkehren sicher und stressfrei zum Arbeitsplatz kommen.

Öffentliches Bürgerforum

Alle Ideen stellen die Befragten in dieser Woche den Wiesbadenern vor. Zudem wollen sie dazu anregen, weitere Ideen zu nennen und die bisherigen zu hinterfragen oder auszubauen. Dafür findet am Donnerstag, 1. Oktober ein Bürgerforum im RheinMain CongressCenter (RMCC) statt. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Platzreservierung in Form eines E-Tickets ist jedoch nötig. Einlass ist um 18:00 Uhr, die Veranstaltung startet um 18:30 Uhr. (nl)

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