Wo soll das neue Schwimmbad gebaut werden?

Wiesbaden soll ein neues Freizeitbad in Verbindung mit einer Eisbahn bekommen. Welcher Standort dafür geeignet ist, stellte Oberbürgermeister Sven Gerich bei einer Infoveranstaltung vor. Bürger dürfen dabei mitdiskutieren.

Wo soll das neue Schwimmbad gebaut werden?

Elf Standorte hat die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) für den Neubau eines Schwimmbads und einer Kunsteisbahn geprüft. Drei Standorte wurden in die engere Wahl genommen. Nun wollte man den Bürgern bei einer Informationsveranstaltung am Freitagnachmittag im Germaniaheim die Ergebnisse präsentieren und sie zum Mitdiskutieren anregen. „Es ist schwierig im dichtbesiedelten Stadtgebiet eine große Fläche zu finden, die geeignet ist“, sagte Oberbürgermeister und Sportdezernent Sven Gerich. „Aber ich bin froh mit einer Diskussion zu beginnen, wo wir etwas eröffnen können, nicht wo wir etwas schließen müssen.“

Ausgangssituation

„Die Gebäudesubstanz ist stark angegriffen und die elektrischen Anlagen sind in einem kritischen Zustand.“ - Thomas Baum

Thomas Baum, Leiter des Bäderbetriebs „mattiaqua“ erläuterte die Ausgangslage des Projekts und erklärte, dass das Freizeitbad in der Mainzer Straße teilweise nicht mehr instandsetzbar sei. „Die Gebäudesubstanz ist stark angegriffen und die elektrischen Anlagen sind in einem kritischen Zustand“, so Baum. Ein Ausfall der technischen Anlagen sei dabei zeitlich nicht absehbar, aber führe zu einer direkten Schließung des Bades.

Die Henkell-Kunsteisbahn in der Hollerbornstraße sei mittlerweile auch in die Jahre gekommen, sagte Baum. Die Kühlanlage wurde im November 2014 erstmals stillgelegt und musste ausgetauscht werden, um den Betrieb wieder zu eröffnen. Eine auf Wasser-Glykol-Basis laufende Kühlanlage sicherte den Betrieb bis zum Neubau einer Eisbahn.

„Die Stadtverordnetenversammlung hat im November 2016 eine Standort- und Machbarkeitsanalyse in Auftrag gegeben“, erklärte Baum. „Und dazu zählt auch ein gewisses Anforderungsprofil.“ Das neue Schwimmbad und die Kunsteisbahn solle unter anderem ein wettkampfgeeignetes Becken mit 50 Meter Länge, eine Sauna mit Außenanlage und ein Eisspielfeld 30x60 Meter mit Überdachung bekommen. Die gemeinsame Infrastruktur und Nutzung von Umkleiden, Sanitärbereich und Bistro solle erarbeitet werden, so Baum. Dadurch entstehe ein Flächenbedarf von insgesamt 25.000 Quadratmetern.

Welche Standorte?

Roland Stöcklin, Geschäftsführer der SEG, präsentierte im Anschluss elf mögliche Standorte und die Kriterien, nach denen diese ausgewählt wurden. In Frage kamen sowohl die bestehenden Schwimmbäder Kleinfeldchen und Kallebad, als auch Standorte, wie Moltkering, Siegfriedring oder Gartenfeldstraße.

Die Faktoren Größe, Lage, Erschließung, Entwicklungschancen und -dauer waren wichtig für die Beurteilung der Standorte. „Eine Überbauung des Busbahnhofs in der Gartenfeldstraße wäre mit erheblichen Kosten verbunden und schied somit als möglicher Standort aus“, erklärte Stöcklin. Viele der geprüften Grundstücke erfüllten das Kriterium Größe nicht, und auch die verbunden Kosten waren oft ein Ausschlusskriterium. Drei Standorte wurden schließlich in Fachworkshops als geeignet eingestuft: Die Schwimmbäder Kleinfeldchen und Kallebad und die Sportanlagen am Konrad-Adenauer-Ring.

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Im Laufe der Vorstellung kristallisierte sich aber ein Grundstück besonders heraus, dass nach Einschätzung der SEG alle Kriterien erfülle. Das Sportgelände am Konrad-Adenauer-Ring biete genügend Platz, die Erschließung durch die ÖPVN sei gewährleistet und die Entwicklungsdauer sei absehbar, da sich das Grundstück bereits im Besitz der Landeshauptstadt befände, so Stöcklin.

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Fazit

„Wir haben hier die Chance auf ein modernes Zentrum an einem zentralen Standort.“ - Sven Gerich

Sven Gerich zog nach der Präsentation ein erstes Fazit. „Ich finde es eine eindeutige und gute Entscheidung. Wir haben hier die Chance auf ein modernes Zentrum an einem zentralen Standort“, sagte er. „Außerdem haben wir die Chance eine breite Palette an Gruppen unterzubringen.“ Nicht nur private Besucher würden das Schwimmbad und die Eisbahn nutzen, sondern auch Vereine und Schulen. „Veränderungen bedeuten erstmal Angst. Aber wir sind hier, um diese Angst aufzunehmen und eventuell auch schon auszumerzen“, erklärte Gerich.

Die Bürger standen dem Projekt positiv gegenüber, äußerten aber auch Bedenken in Bezug auf Lärmbelästigungen. „Es ist jetzt schon sehr laut im Erlenweg, wegen des angrenzenden Sportplatzes. Wenn jetzt noch eine Eisbahn mit Beschallung gebaut wird, ist es abends bald gar nicht mehr aushaltbar“, berichtete eine Anwohnerin. „Das sollte in den Planungen auch berücksichtigt werden.“

„Wir befinden uns hier noch ganz am Anfang der Gespräche und wollen die Bürger miteinbinden.“ - Sven Gerich

Auch Fragen zu Baubeginn, Dauer und Finanzierung wurden deutlich. „Es gibt aktuell noch keinen Planungsauftrag. Wir befinden uns hier noch ganz am Anfang der Gespräche und wollen die Bürger miteinbinden“, erklärte Gerich. Er könne aus diesem Grund nicht genau sagen wann es los gehe oder wie viel es koste. Seiner Meinung nach seien aber fünf Jahre bis zur Fertigstellung realistisch. Der Verkauf der Grundstücke Henkell Kunsteisbahn und Freizeitbad Mainzer Straße würden zur Mitfinanzierung des neuen Zentrums mit Schwimmbad und Eisbahn genutzt werden.

Informationen über das Projekt und die vorgestellte Standortanalyse erhalten die Bürger ab nächster Woche auf der Homepage www.wiesbaden.de.

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