Parkplätze in Wiesbaden sollen neu organisiert werden

Weil die Parkplatzsuche in Wiesbaden immer schwerer wird, will ESWE Verkehr im Auftrag der Stadt herausfinden, wie man die Stellplätze besser nutzen könnte. In einer Bürgerbeteiligung sind jetzt Ideen von Anwohnern und Autofahrern gefragt.

Parkplätze in Wiesbaden sollen neu organisiert werden

Anwohner, Besucher, Lieferanten und Kunden kämpfen in der Wiesbadener Innenstadt und in den Wohnquartieren täglich um Parkplätze. Die Stellflächen sind rar, doch für Autofahrer unerlässlich. Viele nehmen deshalb hohe Preise in den Parkhäusern in Kauf, obwohl sie ihren Wagen nur kurz abstellen müssen. Für andere, die für mehrere Stunden oder einen ganzen Arbeitstag parken müssen hingegen, sind die Tiefgaragen rund um die Fußgängerzone jedoch nicht bezahlbar.

Lange Suchen

„Insbesondere der Parksuchverkehr hat großen Anteil am Schadstoff-Ausstoß des Pkw-Verkehrs.“ - Verkehrsdezernent Andreas Kowol

Bereits 2017 hat auch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass die Parkplätze in der Stadt neu organisiert werden müssen. Dabei sollen die vorhandenen Flächen effizienter gemacht werden — auch, um tägliche Irrfahrten auf der Suche nach einer freien Stelle zu minimieren. Eine Studie des Instituts INRIX hat nämlich gezeigt, dass rund 15 Prozent der Fahrtzeit in Wiesbaden für die Parkplatzsuche draufgehen. Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) weist in diesem Zusammenhang auch auf eine große Umweltbelastung hin: „Insbesondere der Parksuchverkehr hat großen Anteil am Schadstoff-Ausstoß des Pkw-Verkehrs.“ Für steht deshalb fest, „durch ein flächendeckendes Konzept kann der Parkverkehr künftig wesentlich intelligenter gesteuert werden.“

Dieses neue Konzept soll ESWE Verkehr mitgestalten. Der Verkehrsbetrieb weiß dabei genau um die Wichtigkeit von Parkplätzen. Aus der INRIX Studie geht nämlich auch hervor, dass in Wiesbaden die meisten Autos mehr als 20 Stunden pro Tag geparkt sind — meistens in der Nähe der Wohnung der Besitzer. Welche Ortsbezirke dadurch mit besonders vielen Parkproblemen belastet sind, und welche Möglichkeiten es gibt, vor Ort für Verbesserung zu sorgen, versucht seit Anfang des Jahres ein extra einberufener Parkbeirat herauszufinden.

Bürgerbeteiligung startet

Dafür haben sich unter anderem Wiesbadener Vertreter der Stadtverordnetenversammlung, aus der Wohnwirtschaft, dem Einzelhandel und dem Handwerk zusammengetan. In einem nächsten Schritt, brauchen sie jetzt die Meinungen und Ideen der Bürger. Dafür sammeln sie noch bis zum 4. September online Stimmen aus der Bevölkerung in einer Kurz-Umfrage. Die Ergebnisse sollen dann Grundlage für eine Bürgerbeteiligung sein, bei der am 10. September ab 17 Uhr in einer Online-Veranstaltung weiter diskutiert wird.

Anschließend sollen die Wünsche und Anregungen der Bürger in Workshops weiter ausgebaut und zu konkreten Plänen werden. In bis zu neun Quartieren könnten die neuen Konzepte oder Teilkonzepte dann getestet werden. Bis zum Frühjahr 2022, so hoffen die Verantwortlichen, könnte dann ein neues Parkplatz-Konzept für die Stadt entstehen, von dem nicht nur die Autofahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer profitieren sollen. denn neben Zeit- und Kostenersparnis sei auch eine erhöht Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer ein Hauptziel der Maßnahme. Konkret bedeutet das, dass etwa das Zweite-Reihe-Parken minimiert wird und alle Fahrradwege freigehalten werden sollen. (nl)

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