Studie: Wiesbadener Fußgängerzone verliert Kunden

Laut einer Untersuchung der Immobilienfirma BNP haben Kirch- und Langgasse in den letzten Monaten Kundschaft verloren. Dennoch gilt Wiesbaden weiterhin als attraktives Einkaufsziel.

Studie: Wiesbadener Fußgängerzone verliert Kunden

Als ein „großes Thema“ bezeichnete der neue Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende kurz nach seinem Amtsantritt im Juli die Zukunft der Wiesbadener Einkaufsstraßen in der Innenstadt. Sei es die Aufenthaltsqualität, Auswahl der Geschäfte oder die Parksituation: Viele Wiesbadener scheinen mit dem Angebot in Kirch- und Langgasse nicht mehr zufrieden zu sein.

Das lässt sich jetzt auch in Zahlen ablesen: Laut einer Studie des Immobilieninstituts „BNP Paribas Real Estate“ haben die wichtigsten Einkaufsstraßen in Wiesbaden einen klaren Rückgang an Passanten zu verzeichnen. So zählt BNP in diesem Jahr für die Kirchgasse 6.300 Passanten, welche die wichtigste Einkaufsstraße der Landeshauptstadt in der Stunde durchqueren. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 1000 Personen weniger. Damit verlässt die Kirchgasse die Top 10 der am meisten frequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland und landet auf einem immer noch guten 18. Platz — von insgesamt 95. Einen ähnlichen Rückgang lässt sich auch bei der Langgasse sowie der Marktstraße ablesen.

Moderate Mieten

Trotz des Besucherrückgangs sieht die Studie die Stadt Wiesbaden immer noch als einen der attraktivsten Einkaufsorte in Deutschland. Der hohe Kaufkraftindex, die zentrale Lage sowie die zahlreichen Touristen würden weiterhin für ein hohes Potential in Wiesbaden sorgen. Das zeige sich auch am stabilen Mietniveau in der Stadt. So kostet der Quadratmeter in der Kirchgasse bis zu 135 Euro, in der Langgasse sind bis zu 70 Euro fällig. Die Mieten sind damit in Wiesbaden zum Vergleich mit anderen sogenannten B-Standorten aber noch günstig, so zahlt man etwa in Hannover und Dortmund im Schnitt fast doppelt so viel.

Verteilung

Vergleicht man die Angebote der Wiesbadener Innenstadt mit denen anderer Städte, so fällt besonders der hohe Anteil an Gastronomie auf. Dieser liegt mit 30 Prozent deutlich über dem üblichen Anteil von 18 Prozent. Dieser Anteil sei laut BNP im vergangenen Jahr angestiegen, etwa ein Drittel aller Neueröffnungen in der Wiesbadener Innenstadt sind aktuell aus dem gastronomischen Bereich. Weniger gut sieht die Studie den Anteil internationaler Labels im Textilbereich, dieser sei im Vergleich zu anderen Städten deutlich niedriger. (ms)

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