Stau auf dem Ring - Wann kommt die Umweltspur?

Als Teil des Sofortpakets zur Luftreinhaltung wurde im vergangenen Jahr beschlossen, den Sedanplatz und die Berliner Straße mit einer gemeinsamen Fahrspur für Busse und Fahrräder zu verbinden. Wann kommt die Umweltspur?

Stau auf dem Ring - Wann kommt die Umweltspur?

Und täglich grüßt das Murmeltier: Wer dieser Tage im morgend- oder abendlichen Berufsverkehr steckt, braucht starke Nerven. Täglich kommt es zu Staus, Pendler sind genervt. Und auch wer in den Bus umsteigt, muss warten, denn nicht überall sorgen Busspuren für ein reibungsloses Vorankommen. So zum Beispiel auf dem ersten Ring. Merkurist-Leser Rufus kann davon ein Lied singen:

Und auch Leser Erik sieht das Problem. Vor allem auf dem ersten Ring im Bereich des Hauptbahnhofs steckt er als Busnutzer im Stau:

Rufus’ Vorschlag, zwischen Landeshaus und Hauptbahnhof eine Busspur zu errichten, ist jedoch kein Wunschdenken, sondern tatsächlich geplant. Die sogenannte Umweltspur ist Teil des Sofortpakets zur Luftreinhaltung, das die Stadtverordnetenversammlung im September 2018 beschlossen hatte. Sie ist außerdem ein weiterer Baustein für das Rad-Grundnetz 2020. Die Umweltspur, also eine geteilte Fahrspur für Busse und Fahrräder, soll vom Sedanplatz bis zur Berliner Straße reichen. Ein erster Abschnitt, zwischen Sedanplatz und Blücherstraße, konnte bereits im vergangenen Dezember eingeweiht werden.

Wann kommt die Umweltspur?

„Zunächst muss die Leistungsfähigkeit des zweiten Rings erhöht werden.“ - Sprecher Verkehrsdezernat

Doch seitdem warten die Wiesbadener auf den Lückenschluss, denn gerade der Abschnitt des ersten Rings rund um den Hauptbahnhof kann für Autofahrer und Busfahrgäste zur täglichen Hängepartie werden. „Bis die komplette Umweltspur zwischen Berliner Straße und Sedanplatz eingerichtet werden kann, ist zunächst vorgesehen, die Leistungsfähigkeit des zweiten Rings für den Autoverkehr zu erhöhen“, erklärt ein Sprecher des Verkehrsdezernats. Denn dort sollen dann die Pendler- und Durchgangsverkehre hin verlagert werden.

Denn klar ist: Auch eine Busspur ist kein Allheilmittel, wenn dadurch der übrige Autoverkehr nicht reduziert wird. Dann könnte es — mit einer wegfallenden Fahrpur — eher noch enger auf dem Ring werden. „In diesen Tagen wurde daher bereits begonnen, die Ampelanlagen dahingehend zu ertüchtigen, sodass ein besserer Verkehrsfluss möglich ist“, so das Verkehrsdezernat. Durch die damit verbundene Entlastung des ersten Rings kann der dort vorhandene Raum dann neu aufgeteilt und eine durchgehende Umweltspur für Bus und Rad eingerichtet werden.

Parallel dazu sind auch bereits weitere Abschnitte der Umweltspur in Vorbereitung, die in den kommenden Monaten realisiert werden. Die Einrichtung einer Umweltspur zwischen Ringkirche und Wallufer Straße in Fahrtrichtung Hauptbahnhof wurde bereits von den Gremien beschlossen und wird nach Fertigstellung der Leitungsarbeiten umgesetzt.

Erster Abschnitt kommt gut an

„Durch die Umweltspur können Fahrpläne besser eingehalten werden.“ - Sprecher Verkehrsdezernat

Die bereits bestehende Umweltspur zwischen Sedanplatz und Blücherstraße kann inzwischen erste Erfolge vorweisen: „Viele Radfahrende haben uns die Rückmeldung gegeben, dass sie sich durch die besonders große Breite der Fahrspur deutlich sicherer fühlen als auf einem Radschutzstreifen“, so der Sprecher aus dem Verkehrsdezernat. Auch der innerstädtische und regionale Busbetrieb habe schon von der Spur profitieren können, „da durch die Umweltspur Fahrpläne besser eingehalten werden können.“ (ms)

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