Bäckerei kann wegen Umweltspur nicht mehr beliefert werden

Wegen einer Fahrradspur in der Bleichstraße und einer Umweltspur auf dem Bismarckring können die Inhaber der Bäckerei Klein eine ihrer Filialen nicht mehr legal beliefern. Es fehlt an Platz, die Inhaber sind verärgert.

Bäckerei kann wegen Umweltspur nicht mehr beliefert werden

Elisabeth Klein und ihr Mann sind verzweifelt. Seitdem Bus- und Fahrradspuren um ihre Bäckereifiliale auf dem Bismarckring / Ecke Bleichstraße entstanden sind, können sie ihren Laden nicht mehr beliefern. „Das ist doch wahnsinnig“, ärgert sich Elisabeth Klein.

„Wir bekommen jedes Mal ein Ticket.“ - Elisabeth Klein

Bis zu sieben Mal bekommt die Bäckerei Klein eine Anlieferung oder Abholung. „Und die Fahrer können nirgendwo halten“, sagt sie. Auf dem Bismarckring grenzt eine Umweltspur für Busse und Fahrräder an ihre Filiale. Auf dem Gehweg stehen Poller. „Jedes Mal, wenn wir Parken, bekommen wir ein Ticket“, sagt Klein. Zwar äußerte die Stadtpolizei Verständnis für die Probleme, ihre Einsprüche seien aber wirkungslos geblieben.

Keine Liefermöglichkeit

Auch vor der Umweltspur sei es mit den Anlieferungen nicht leicht gewesen. „Damals konnte man aber noch auf der Fahrbahn des Bismarckrings oder in der Bleichstraße parken“, sagt Klein. Durch die Umwelt- und Fahrradspur fallen diese Möglichkeiten aber nun weg.

Klein und ihr Mann wandten sich mit ihrem Problem auch schon an den Ortsbeirat im Westend. „Da wurde dann vorgeschlagen, vielleicht mit einem Lastenrad anzuliefern“, sagt sie und muss lachen. „Wir bekommen 80 bis 100 Bäckerkörbe am Tag, wie soll das funktionieren?“ Immerhin habe man ihr zugesichert, das zuständige Dezernat über ihre Probleme zu informieren.

„Es müssen mehr legale Ladeflächen geschaffen werden.“ - Verkehrsdezernat

Dort weiß man: „Lieferverkehre müssen in Wiesbaden grundsätzlich neu organisiert und in diesem Zusammenhang auch mehr legale Ladeflächen geschaffen werden“, wie ein Mitarbeiter erklärt. Lösungsansätze soll unter anderem das Projekt „DIGI-L“ bieten. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man aber etwa auf Abschnitten der Busspur auf der Bleichstraße halten. „Dort ist zu bestimmten Tageszeiten das Be- und Entladen gestattet“, so der Mitarbeiter aus dem Verkehrsdezernat.

Gibt es eine einfache Lösung?

Für Elisabeth Klein und ihren Mann ist die jetzige Situation jedenfalls keine zufriedenstellende. Sie würde sich eine Ladezone auf dem Bismarckring wünschen. „Dafür würden natürlich wieder Parkplätze wegfallen“, weiß sie. „Es wäre aber die einfachste Lösung. Einfach etwas zu streichen und sonst alles so zu lassen ist jedenfalls realitätsfern. Es wird immer schlimmer mit der Parkerei“.

„Es wird geprüft, ob eine Ladezone eingerichtet werden kann.“ - Verkehrsdezernat

Eine ähnliche Lösung könnte man sich auch im Verkehrsdezernat vorstellen. „Es wird nun in Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern geprüft, ob und wenn ja, wo, in diesem Bereich eine Ladezone eingerichtet werden kann.“ Und egal, für welche Lösung man sich am Ende entscheidet: „Jede konkrete Umsetzung muss in einem nächsten Schritt dem Ortsbeirat vorgelegt werden“, heißt es aus dem Verkehrsdezernat. (nl)

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