Corona-Ausbruch bei Hochzeit von Wiesbadener Paar in Mainz

Gäste erschweren Nachverfolgung von Kontaktpersonen

Corona-Ausbruch bei Hochzeit von Wiesbadener Paar in Mainz

Bei der Hochzeitsfeier eines Wiesbadener Paares in Mainz haben sich offenbar mindestens 18 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Wie das Wiesbadener Gesundheitsamt am Dienstag mitteilt, liegt die Feier bereits mehr als eine Woche zurück.

Dennoch ist das Gesundheitsamt noch immer mit den Nachwirkungen der marokkanischen Hochzeit beschäftigt. Das liege unter anderem daran, dass die infizierten Personen nach Auftreten der ersten Fälle zunächst keine genauen Angaben zu den Kontaktpersonen machen konnten. Bis dem Gesundheitsamt zumindest eine unvollständige Gästeliste der Feier vorlag, dauerte es nach Angaben des Amts mehrere Tage.

Erst dann konnten die auf der Liste genannten Personen informiert werden. Bis dahin hatten alle Gäste noch an ihrem alltäglichen Leben teilgenommen, Schulen und Arbeitsstellen besucht und Freunde und Familie getroffen. Betroffen sind neben einzelnen Schulen, in denen Klassen nun vollständig unter Quarantäne stehen, auch die Kantine der Wiesbadener Entsorgungsbetriebe (ELW). Die Mitarbeiter, die mit der infizierten Person in Kontakt standen, befinden sich ebenfalls in Quarantäne und warten aktuell auf ihr Testergebnis.

Wie der „Wiesbadener Kurier“ berichtet, befanden sich auf der Feier in einem privaten Veranstaltungszentrum in Mainz-Mombach mindestens 100 Personen. „Aufgrund des Ausbruchsgeschehens ist ganz klar, dass sich auf der Veranstaltung nicht an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten wurde“, so Dr. Kaschlin Butt, Leiterin des Wiesbadener Gesundheitsamtes. Konsequenzen müsse in dem Fall allerdings das Gesundheitsamt auf der anderen Rheinseite ziehen: Da die Veranstaltung im Mainzer Stadtgebiet stattgefunden hat, ist das dortige Gesundheitsamt zuständig. Bislang haben sich die Stadt Mainz oder das Gesundheitsamt zu dem Vorfall noch nicht öffentlich geäußert.

Doch auch in Wiesbaden prüfe die Stadt ihre Möglichkeiten. „Wir prüfen derzeit, ob und welche Bußgelder wir für die Wiesbadener Gäste verhängen können.“ Diese Bußgelder könne man bei Behinderung der Ermittlungsarbeit und der damit einhergehenden Gefährdung für die Bevölkerung verhängen. In einzelnen Fällen sei außerdem die Quarantäne verweigert worden. Sollte es keine andere Lösung geben, könne das Gesundheitsamt in einem solchen Fall eine Zwangabsonderung anweisen. (js)

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