Polizei klärt 86 Straftaten durch Kameras in der Innenstadt auf

Körperverletzungen, sexuelle Übergriffe und ein versuchtesTötungsdelikt: Die Polizei konnte in den letzten Monaten viele Verbrechen in Wiesbaden aufklären. Dabei halfen ihr die Kameras im Stadtgebiet.

Polizei klärt 86 Straftaten durch Kameras in der Innenstadt auf

Seit über einem Jahr nutzt die Polizei eine moderne Überwachungstechnik, um Verbrechen in Wiesbaden aufzudecken oder sie sogar zu verhindern. Dafür wurden alte Videoanlagen in der Stadt modernisiert und zusätzlich neue installiert. Jetzt ziehen Stadt und das Polizeipräsidium Westhessen eine Bilanz - und erklären auch, wie genau die Polizei die Kameras eigentlich bei ihrer Arbeit einsetzt.

„Lichtbilder und Videoaufzeichnungen lügen nicht.“ - Susanne Rohlfing, Polizeidirektorin

So halfen die Kameras von März 2020 bis Mai 2021 dabei, 86 Tatverdächtige zu ermitteln. 64 Täter wurden direkt bei der Tat gefilmt und 22 weitere vorher oder nachher. Im Schnitt konnte die Polizei somit jeden Monat fast sechs Straftaten aufklären. Mithilfe der Aufnahmen konnten die Beamten die Taten besser nachvollziehen oder zielgerichteter ermitteln. „Immer wieder wurden die Kameras ihrer bedeutenden Rolle als ‘neutrale Zeugen’ gerecht“, erklärt Polizeidirektorin Susanne Rohlfing. „Lichtbilder und Videoaufzeichnungen lügen nicht, Aussagen von Opfern, Tätern und Zeugen können auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und Geschehnisse beweissicher festgehalten werden.“

Polizei konnte so auch ein versuchtes Tötungsdelikt aufklären

Bei den 86 Straftaten handelte es sich unter anderem um 34 Körperverletzungsdelikte, fünf Raube, zwölf Diebstähle und drei Sexualdelikte. Auch bei politisch motivierten Taten wie plötzlich aufgetauchten volksverhetzenden Graffitis konnten die Täter durch die Kameras gefunden werden. Der gravierendste Fall war ein versuchtes Tötungsdelikt im Sommer 2020. Bei einem Streit am Schlachthof war ein Jugendlicher im Juli lebensgefährlich mit einem Messer verletzt worden. Durch die Aufzeichnung der Kameras vor Ort konnte der Beschuldigte einen Tag nach der Tat gefunden werden.

Darüber hinaus nutze die Polizei die Kameras auch präventiv. So sitzt eine Polizistin oder ein Polizist parallel zu den Einsatzkräften vor Ort im Polizeirevier und sichtet die Bilder der Überwachungskameras. In der Leitstelle des Polizeipräsidiums werden die Aufnahmen außerdem permanent auf vier große Bildschirme übertragen. Fällt etwas Verdächtiges auf, werden die Kräfte vor Ort an den jeweiligen Tatort geschickt. In den vergangenen Monaten konnten die Beamten so zum Beispiel eine gefährliche Köperverletzung mit Messer oder einen Handel mit Betäubungsmitteln live sehen und dann direkt handeln.

Für Stadt und Polizei steht ein Jahr nach der Erweiterung der Technik fest, dass es eine gute Entscheidung war. Die Wiesbadener könnten sich so sicherer in ihrer Stadt fühlen, so das Fazit der Behörden.

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