E-Roller: Weniger Beschwerden und mögliche Obergrenze

Gut ein Jahr nach dem Start der ersten E-Roller Leihanbieter in Wiesbaden ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz. Trotzdem wird über die Einführung einer Obergrenze für die Roller im Stadtgebiet nachgedacht.

E-Roller: Weniger Beschwerden und mögliche Obergrenze

Seit etwas mehr als einem Jahr gehören die E-Tretroller auch in Wiesbaden zum Stadtbild. Unfälle gab es seitdem nur vereinzelt, etwa am Donnerstag, als ein 15-Jähriger bei einem Zusammenstoß mit einem Bus schwer verletzt wurde (wir berichteten). Häufiger gab es aber Beschwerden über den Umgang vieler Nutzer mit den Rollern. Bei einem Runden Tisch zogen ESWE Verkehr, die Anbieter „Tier“ und „Lime“ sowie Vertreter der Stadt Wiesbaden nun Bilanz.

Vor allem falsch oder behindernd abgestellte E-Roller stellen ein großes Ärgernis für die Wiesbadener dar. Etwa, wenn Roller quer auf dem Gehweg geparkt werden. Die rund 24 Kilo schweren Roller sind nicht für jeden mal eben leicht aus dem Weg zu räumen. Diesbezüglich hat sich die Reaktionsfähigkeit der Anbieter jedoch gebessert, erklärt Christian Giesen, Pressesprecher von ESWE Verkehr. „Das Umstellen erfolgt durchschnittlich drei bis vier Stunden nach Eingang der Meldung“, sagt er.

Anbieter „Lime“ hatte schon zuvor auf die Falschparker unter seinen Nutzern reagiert: Nach Abschluss der Fahrt muss ein Foto von dem geparkten Roller hochgeladen werden. Bußgelder können auch auf die Nutzer abgewälzt werden, wovon sich das Unternehmen mehr Verantwortung und Disziplin beim Thema Parken verspricht.

Die zur Einführung der Leihroller befürchtete Anstieg von Unfällen sei ausgeblieben, so Giesen. „Insgesamt kam es seit dem Start des ersten E-Tretroller-Verleihsystems im August 2019 zu weniger Unfällen als anfangs befürchtet.“ Auch in punkto Klimabilanz haben sich die Roller verbessert. So kommen mittlerweile überwiegend Fahrzeuge mit austauschbaren Akkus zum Einsatz, Fahrten mit Lieferwagen zum Einsammeln der Roller wurden stark reduziert.

Damit die Roller auch künftig harmonisch im Stadtbild integriert sind, hat ESWE Verkehr gemeinsam mit der Stadt die Bereiche erweitert, in denen die Roller nicht abgestellt werden dürfen. Außerdem wird derzeit geprüft, ob eine Obergrenze für die Zahl an Leihrollern im Innenstadtbereich festgelegt werden kann. (pk)

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