So läuft die Arbeit an der Drive-In-Corona-Teststelle in Wiesbaden

Fenster runter, Stäbchen rein, Gewissheit: So lässt sich der Ablauf der Drive-In-Corona-Teststelle in Wiesbaden beschreiben. Wie funktioniert der Test und was passiert vor Ort?

So läuft die Arbeit an der Drive-In-Corona-Teststelle in Wiesbaden

Seit Mitte März gibt es in Wiesbaden auf der Bierstadter Höhe eine sogenannte Drive-In-Corona-Teststelle. Wie auch beim Drive-In-Restaurant erfolgt der komplette Prozess, ohne dass die Patienten ihren Wagen verlassen müssen. Doch wie läuft ein Test vor Ort ab?

„Zunächst einmal muss man — bevor man mit dem Auto zu uns kommt — zum Arzt gehen. Der stellt dann fest, ob man auf Corona testen sollte oder nicht“, erklärt Dr. Sabine Stielow, aus der für die Tests zuständigen Laborarztpraxis. Der Arzt übermittelt dann die Patientendaten — inklusive Handynummer und Autokennzeichen — an die Praxis, die dann telefonisch einen Termin für den Test mit dem Betroffenen selbst ausmacht.

Schneller Test

Kommt der Patient dann mit dem Auto auf den Parkplatz, wird er von den Mitarbeitern identifiziert. „Dann wird ein sogenannter tiefer Rachenabstrich gemacht und dann fährt er wieder“, so Stielow. Maximal drei Minuten dauere das Prozedere. „Das ermöglicht einerseits eine hohe Testkapazität, andererseits bedeutet es für uns eine kurze Kontaktzeit, was auch unsere Gefährdung minimiert.“

Insgesamt drei Ärzte arbeiten am Drive-In. Pro Tag können so 200 bis 250 Personen getestet werden. Wenn der Abstrich erfolgt ist, wandern die Proben in die beiden Partnerlabore der Praxis in Heidelberg und Frankfurt. „Das Ergebnis liegt meist am nächsten Tag vor, manchmal geht es auch etwas schneller“, sagt Stielow. Bislang hat ihr Team circa 3500 Patienten getestet. Die tatsächliche Quote von mit dem Coronavirus infizierten Menschen liegt bei ungefähr 9,5 Prozent.

Derzeit werde im Drive-In eher weniger getestet, obwohl mehr als ausreichende Testkapazitäten vorliegen. „Woran das liegt, weiß ich nicht“, sagt Stielow. Möglich sei, dass Patienten an andere Stellen verwiesen würden oder weil einfach nicht mehr so viel getestet werden müsse.

Die bisherigen Tests seien alle problemlos verlaufen. Hilfe von der Verkehrspolizei habe man auf der Bierstadter Höhe nicht benötigt. Auch habe man bisher kaum Menschen wegschicken müssen, die ohne ärztliche Anmeldung erschienen waren. „Das waren in der ersten Woche vielleicht drei Personen“, sagt sie. „Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man nicht einfach so kommen kann.“ (df)

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