Leerstand trotz Wohnungsmangel: Warum so viele US-Wohnungen nicht bewohnt sind

Auf der Bierstadter Höhe stehen einige Wohnungen leer. Da sie der US-Heeresgarnison gehören, können sie nicht an Wiesbadener vermietet werden. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes ärgert das manche.

Leerstand trotz Wohnungsmangel: Warum so viele US-Wohnungen nicht bewohnt sind

Wohnraum in Wiesbaden ist ein knappes Gut. Und wenn dann mal ein schönes Objekt auf dem Markt ist, sind die Miet- oder Kaufpreise oftmals nicht für Jedermann erschwinglich. Um so ärgerlicher, wenn Wohneinheiten oder gar ganze Häuserblocks leerstehen. Genau das hat Merkurist-Leserin Petra auf der Bierstadter Höhe beobachtet.

In ihrem Snip schreibt sie: „Seit Jahren stehen auf der Bierstadter Höhe die Wohnungen der Amerikaner leer!“ Sie fragt sich: „Warum zieht da niemand ein?“

Meist nicht einsehbar

Dass Petra den Leerstand überhaupt beobachten konnte, ist nicht selbstverständlich. Von den vielen US-Arealen in Wiesbaden sind die meisten nicht öffentlich, Deutsche dürfen sie in der Regel nicht einfach so betreten. Auf der Bierstadter Höhe hingegen ist die Durchfahrt erlaubt. Auch Zivilisten können an den US-Wohnhäusern des sogenannten Crestview Housing vorbei spazieren.

Insgesamt beherbergt Wiesbaden nach Angaben der Clay-Kaserne 14.00 US-Amerikaner. Darunter sowohl Soldaten als auch Zivilisten wie etwa Familienangehörige. Die vielen Wohnanlagen abseits der Kaserne sollen dafür sorgen, dass sie nicht auf dem „normalen“ Wohnungsmarkt mit den Wiesbadenern konkurrieren.

Mal leer, mal bewohnt

„Die Kapazitäten ändern sich von Monat zu Monat.“ - James Corbin, Clay-Kaserne

Dass die Kapazitäten der vielen Housing Areas dabei nicht immer voll ausgelastet sind, sei normal, erklärt Jacob Corbin, Public Affairs Officer der Clay Kaserne, gegenüber Merkurist. „Die Kapazitäten der US-Heeresgarnison Wiesbaden sind derzeit nicht voll ausgelastet und unsere Auslastung ändert sich von Monat zu Monat.“ Daher kann die Stadt — selbst wenn sie das wollte — das Gelände nicht einfach von der Army zurückkaufen. Denn die ist auch gar nicht interessiert daran, Grundstücke oder Gebäude loszuwerden. Insgesamt, so Corbin, verfüge die US-Army über rund 400 Wohnungen in Crestview Area.

Renovierungen und Wohnungspflicht

Zudem stünden einige Apartments leer, weil sie renoviert werden. Manche Gebäude sollen demnächst sogar abgerissen werden, etwa um Grünflächen oder neue Häuser auf den Grundstücken zu schaffen.

Durch die Umgestaltung des Areals soll die amerikanische Gemeinde in Zukunft von einem schöneren Umfeld profitieren, etwa wenn neue Amerikaner in Wiesbaden stationiert werden und die Wohnungen wieder stärker belegt sind. Denn, so erklärt Corbin, während viele, die schon länger in Wiesbaden sind, außerhalb der US-Gelände in Wohnungen in ganz Wiesbaden wohnen, gilt seit 2016 eine sogenannte „on post“-Regelung. Das bedeutet, dass Soldaten, die in Wiesbaden stationiert sind, während ihres Aufenthaltes in Deutschland auf einem der amerikanischen Housing-Gelände wohnen müssen. (ms)

Logo