Neue Streuobstwiesen sollen Umweltschäden durch Wohngebiet ausgleichen

Insekten, Reptilien und Kleinsäuger sollen dort Lebensräume finden

Neue Streuobstwiesen sollen Umweltschäden durch Wohngebiet ausgleichen

Am Bierstadter Ortsrand entsteht seit 2019 das neue Wohngebiet „Bierstadt-Nord“. Insgesamt 400 neue Wohnungen verteilt auf verschiedene Hausarten sollen dort zukünftig Platz finden. Zwar sind auch zentrale Grünflächen geplant, dennoch haben die Bauarbeiten natürlich auch negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Um diese auszugleichen, hat das Umweltamt auf vier Flächen in der Nähe des Wohngebietes neue Streuobstwiesen angelegt und Biotope ökologisch aufgewertet.

So haben die Mitarbeiter des Amts Brombeergebüsche zurückgedrängt und einzelne Obstbäume als Hochstämme nachgepflanzt. Außer Apfel-, Birnen- und Quittenbäumen stehen jetzt auch Esskastanien, Walnussbäume und einzelne Traubeneichen auf den Wiesen. Damit wurden Baumarten ausgewählt, die besser an das trockene Klima angepasst sind. Bei den heimischen Strauchgruppen wurden überwiegend Schlehen, Wildrosen und Roter Holunder angepflanzt.

„Nun gilt es, die neuen Gehölze durch die ersten Jahre zum Anwachserfolg zu führen, denn gerade in den vergangenen Jahren hatte die starke Trockenheit im Sommer, begleitet durch einzelne Hitzetage, vielen Bäumen ein vorzeitiges Ende beschert“, erklärt das Umweltamt. Die Anzahl der erforderlichen Bewässerungsgänge liege aktuell über dem zwei- bis dreifachen der Vorjahre.

Auf einer der vier Flächen bieten außerdem extra eingebaute Elemente Insekten, Kleinsäugern und Reptilien einen Lebensraum. Bei den Voruntersuchungen in der frühen Planungsphase des Wohngebiets waren vereinzelte Exemplare der Zauneidechse gefunden worden. Damit diese besonders geschützte, heimische Reptilienart ihren Lebensraum behalten kann, wurden Totholzstapel und Natursteinhaufen eingebaut. Für den in Hessen selten gewordenen Steinkauz hat das Umweltamt außerdem Röhren in den alten Obstbäumen aufgehängt, in denen er sich zurückziehen kann.

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