Bürgerinitiative schlägt Baumpflanzungen in Biebrich vor

Mehrere Straßen im Biebricher Ortskern müssen komplett ohne Bäume auskommen. An anderen Stellen im Stadtteil werden Baumreihen unterbrochen. Eine Bürgerinitiative hat jetzt Ideen gesammelt, wo neues Stadtgrün entstehen könnte.

Bürgerinitiative schlägt Baumpflanzungen in Biebrich vor

Fast 100 Bäume säumen laut Baumkataster der Stadt Wiesbaden die Straße der Republik im Stadtteil Biebrich. Doch es könnten deutlich mehr sein, sagt die Bürgerinitiative Pro Citybahn (BI Pro). Denn vor allem zwischen dem Rathenauplatz und der Robert-Krekel-Anlage und zwischen der Diltheystraße und dem Herzogsplatz gibt es einige Lücken in den Baumreihen.

63 mögliche Standorte

Nicht nur dort könnte der Baumbestand mit einzelnen Pflanzen aufgefüllt werden, wie die BI Pro jetzt in einem Vorschlag zeigt. Die Mitglieder haben insgesamt 63 Standorte im Biebricher Ortskern ausfindig gemacht, an denen genug Platz für je einen Baum wäre. Dabei liegt der Fokus neben der Hauptverkehrsstraße auch auf den Seitenstraßen, von denen manche zurzeit ganz ohne Stadtgrün auskommen müssen.

So hat die Bürgerinitiative zum Beispiel in der Armenruhstraße fünf Standorte auf jeder Gehwegseite gefunden, die alle genug Platz für einen Baum bieten würden. In der Mainstraße kommen die Initiatoren sogar auf 27 mögliche Beete. Aber auch die Rathausstraße und weitere Querverbindungen zur Stettiner Straße und zum Schlosspark haben sich die Mitglieder der BI Pro schon angesehen und festgestellt, dass in vielen Straßen kein einziger Baum steht.

„Die vorgeschlagenen Bäume lassen sich prinzipiell auch ohne Citybahn pflanzen.“ - BI Pro

Zum ersten Mal vorgestellt hat die Bürgerinitiative ihre Idee beim verkaufsoffenen Sonntag in Biebrich am vergangenen Wochenende. „Häufig tauchte die Frage auf, was das Baumkonzept mit der Citybahn zu tun hat“, erklärt die Initiative, die sich eigentlich gegründet hatte, um über die Vorteile der geplanten Straßenbahn aufzuklären. „Die vorgeschlagenen Bäume lassen sich prinzipiell auch ohne Citybahn pflanzen. Wir sehen aber dennoch Überschneidungen an mehreren Punkten“, erklärt die BI Pro auf ihrer Webseite.

Verbindung mit Bau der Citybahn

So sei sich die Bürgerinitiative darüber im Klaren, dass für den Bau einer Bahn Bäume den Gleisen und Oberleitungen weichen müssen. Besonders im Stadtteil Biebrich hat das bereits in der Vergangenheit für heftige Kritik am Bauprojekt gesorgt, vor allem mit Blick auf den Baumbestand in der Biebricher Allee (wir berichteten). Das Baumkonzept, so die BI Pro, soll konkrete Ideen für Nachpflanzungen in unmittelbarer Nähe sorgen. Zudem könnten Parkplätze, die der Bahn und ihren Haltestellen weichen müssen, genutzt werden, um kleine Beete anzulegen. Denn wo ein Baum hin soll, muss auch der passende Untergrund geschaffen werden. Wenn es durch die Bahn ohnehin zu Bauarbeiten in den Straßen komme, könne die Gelegenheit genutzt werden, um auch die Gehwege umzugestalten.

„Der Vorschlag soll daher zum Diskutieren und Nachdenken anregen.“ - BI Pro

Dass nicht alle Ideen umgesetzt werden können, und schon gar nicht zeitnah, darüber sei sich die BI Pro im Klaren. „Der Vorschlag soll daher zum Diskutieren und Nachdenken anregen“, heißt es vonseiten der Bürgerinitiative. Deshalb veranstaltet die BI Pro am Montag, 21. Oktober, eine Informationsveranstaltung, bei der sich die Biebricher über das Baumkonzept und weitere Ideen austauschen können. Beginn ist um 18:30 Uhr im Jugendzentrum Biebrich in der Bunsenstraße 6. (df)

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