Nach Sportunfall in Wiesbaden: Lehrer müssen Erste Hilfe leisten

Weil seine Lehrer nach einem Unfall im Sportunterricht keine Erste Hilfe geleistet haben, hat ein Schüler aus Wiesbaden das Land Hessen verklagt. Nachdem das Oberlandesgericht Frankfurt die Klage zunächst abgewiesen hatte, muss neu verhandelt werden.

Nach Sportunfall in Wiesbaden: Lehrer müssen Erste Hilfe leisten

Der Bundesgerichtshof (BGH) gibt einem Schüler aus Wiesbaden recht. Der heute 24-Jährige klagte in einem Revisionsverfahren gegen das Land Hessen, weil er seit einem Unfall im Sportunterricht vor sechs Jahren schwerbehindert ist. Er wirft den Lehrkräften vor, keine angemessene Erste Hilfe geleistet zu haben. Der BGH entschied am Donnerstag in Karlsruhe, dass auch Lehrer Erste Hilfe-Maßnahmen ergreifen müssen.

In einem vorangegangenen Prozess hatte das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) die Klage des Schülers abgewiesen. Dieses Urteil wurde nun vom BGH aufgehoben, der Fall muss neu verhandelt werden.

Verhandlung neu aufgerollt

Der 24-Jährige forderte ein Schmerzensgeld von mindestens 500.000 Euro, die Erstattung materieller Schäden in Höhe von mehr als 100.000 Euro, eine monatliche Mehrbedarfsrente von 3078 Euro und die Feststellung der Ersatzpflicht des Landes Hessen für künftige Schäden.

Der BGH nimmt an, dass die Lehrer vor sechs Jahren, als der Unfall passierte, ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Ob die unterlassene Wiederbelebung aber auch ursächlich für die Behinderung des Mannes ist, muss nun in einem erneuten Verfahren geprüft werden. Ein Faktor, der dabei wichtig ist: Nur, wenn ein Zusammenhang zwischen der unterlassenen Ersten Hilfe und der Behinderung des ehemaligen Schülers festgestellt werden kann, hat er Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz. (lp)

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