Ärger um neue Shisha-Bar in Schierstein

Lärm, Falschparker und Behörden, die sich nicht kümmern: Die Liste der Beschwerden über die neue Shisha-Bar, die in die vergangene Schiersteiner Ortsbeiratssitzung eingebracht wurde, war lang. Nun ist sogar eine Sondersitzung zum Thema geplant.

Ärger um neue Shisha-Bar in Schierstein

Sie war noch gar nicht eröffnet, da gab es bereits Konflikte um die Shisha-Bar „Nawabi’s Lounge“ in Schierstein. Anwohner berichteten von lauten Bauarbeiten zu jeder Tageszeit und Konflikten mit dem neuen Betreiber (wir berichteten). Seit vergangenem Monat hat die Bar geöffnet, die Sorgen der Schiersteiner sind seitdem gewachsen.

Walter Richters (Grüne) ist stellvertretender Ortsvorsteher der Stadtteils und kennt die Klagen der Anwohner gut. Zuletzt wurden diese auf der Ortsbeiratssitzung in Schierstein laut. „Sorgen, die man ernst nehmen muss“, sagt Richters.

Bewohner beschweren sich

Schon im Vorfeld befürchteten Anwohner, dass die Lounge ähnliches Publikum wie die Bars in Biebrich anlocken werde. Vor allem Autoposern wollte man am Rheinufer nicht haben. Und genau über ihr Verhalten wurde sich auch in der Ortsbeiratssitzung beschwert: Von „laut aufheulenden Motoren“ in der Nacht war die Rede. An legale Parkflächen würden sich die Fahrer, beziehungsweise Gäste, auch nicht halten. Aber auch laute Gespräche auf der Terrasse des Lokals scheinen auszureichen, um die Anwohner zu verärgern. Darüber hinaus soll das Befeuern der Kohle großen Lärm machen. All das, so die Anwesenden, spiele sich teilweise bis 4 oder 5 Uhr in der Nacht ab.

Der Betreiber, der im Juni gegenüber Merkurist erklärte, man solle bei Problemen doch gerne auf ihn zu kommen, sei für die Klagen aber wohl nicht die richtige Anlaufstelle gewesen. Zwar zeige man sich immer einsichtig, kurz darauf ginge es aber von Neuem los, so berichten es die verärgerten Anwohner.

Süßer Duft

Ein großes Ärgernis für die Anwohner sei auch der ständige, süßliche Duft, der von den Wasserpfeifen verströmt werde. Der dichte Rauch zieht einige Meter weit und transportiert sogleich die Gerüche der fruchtigen Shisha-Tabaksorten. „Hier sind aber angeblich bauliche Maßnahmen geplant, etwa eine Art Überdachung mit Abzug nach oben“, so Richters.

Gegen all das kann die Polizei nicht viel machen. Auch ein Beamter des 5. Reviers war bei der Versammlung anwesend, erklärte, dass es sich dabei um Belästigungen und Ordnungswidrigkeiten — also Angelegenheiten für das Ordnungsamt und die Verkehrspolizei — handele. Man arbeite eng mit diesen Institutionen zusammen, könne die Situation aus polizeilicher Sicht aber nur als „nicht dramatisch“ beschreiben.

Anwohner kritisieren deshalb den Umgang der Behörden mit den Anrufen, wenn es zu später Stunde Beschwerden gibt. Angeblich dominiere bei den Antworten dann der Hinweis auf die eigene Unzuständigkeit.

Sondersitzung geplant

„Eindrücklich“, seien die Beschwerden gewesen, so Richters. So eindrücklich, dass der Ortsbeirat eine Sondersitzung zu dem Thema durchführen wird. Dabei sollen auch Bürgermeister und Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) teilnehmen.

Bei aller Kritik an der Lounge, die Richters teilweise auch als berechtigt ansieht, sollte man aber nicht in Floskeln verfallen. So seien auch Sätze wie „Man kann jetzt nicht mehr am Hafen spazieren gehen“ gefallen. „Darüber“, so Richters, „kann man nur den Kopf schütteln.“

Gerne hätten wir auch den Betreiber der Shisha-Lounge in unserem Artikel zu Wort kommen lassen. Dieser war jedoch bis zum Erscheinen des Texts für Merkurist nicht zu erreichen. (js)

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