Wiesbaden soll Modellstadt zur Cannabis-Legalisierung werden

Der Magistrat soll jetzt ein Konzept erarbeiten

Wiesbaden soll Modellstadt zur Cannabis-Legalisierung werden

Wiesbaden könnte in Zukunft Modellstadt zur Legalisierung von Cannabis werden. Dafür sprach sich zumindest eine Mehrheit der Stadtverordneten in dieser Woche aus. Beim „Ausschuss für Wirtschaft, Beschäftigung, Digitalisierung und Gesundheit“ stimmten sie mehrheitlich für einen entsprechenden Antrag.

Der Magistrat der Stadt soll „die Initiative für ein städteübergreifendes Modellprojekt zur regulierten Abgabe von Cannabis in der Rhein-Main-Region ergreifen“, heißt es darin. Dazu sollen Gespräche mit den Städten Frankfurt, Offenbach und Darmstadt sowie der hessischen Landesregierung geführt werden. Alle Städte hatten zuvor ebenfalls angekündigt, ein Modellprojekt anregen zu wollen. Danach soll der Magistrat ein mögliches Konzept vorlegen.

Begleitet werden soll das Projekt durch Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Diese soll sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene richten, „um auf die Risiken des Cannabiskonsums aufmerksam zu machen“, heißt es im Antrag dazu. Bund und Land sollen das Projekt unterstützen.

Ursprünglich angeregt hatte die Fraktion Die Linke das Thema, um die „Kontrolle über Cannabis der Stadt und nicht dem Drogenmilieu zu überlassen“. Ein entsprechender Antrag wurde durch einen weiteren Antrag von Grünen, FDP, Linke und Volt ersetzt. Diesem Antrag stimmte dann auch die SPD und damit die Mehrheit zu. „Alle Fakten sprechen schon lange für eine Legalisierung: gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale", sagte Nina Schild, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke dazu. „Es freut mich wirklich außerordentlich, dass dies jetzt auch eine Mehrheit der Stadtverordneten in Wiesbaden erkannt hat.“

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