Lärm und Unfallflucht - Anwohner ärgern sich über Durchgangsverkehr

Um den Stau auf der A66 zu umgehen, nutzen manche Autofahrer die Biebricher Wohngebiete. Das führt zu Unmut bei den Anwohnern, besonders ein Unfall mit Fahrerflucht sorgte für Ärger.

Lärm und Unfallflucht - Anwohner ärgern sich über Durchgangsverkehr

Eigentlich ist die Bernhard-May-Straße im Nordosten von Biebrich eine ruhige Wohnstraße. Gelegen zwischen dem Biebricher Friedhof und der Kasteler Straße reihen sich Einfamilienhäuser und Schrebergärten aneinander. Doch die Ruhe in der Straße wird seit einiger Zeit gestört. Immer wieder berichten Anwohner, dass die Straße als Durchgangsstraße genutzt wird. Darunter auch Anwohnerin Katharina, die das Thema in einem Snip ansprach: „Früher gab es alle Stunde den Bus und noch ein paar Anwohner auf dem Weg zur Arbeit. Jetzt in der Hauptverkehrszeit immer gleich drei Autos im Minutentakt und in beide Richtungen“, beschreibt sie die Situation.

Unfall mit Fahrerflucht

Die Anwohner haben auch guten Grund für ihren Ärger. Ein Schild am Anfang der Straße deklariert sie als reine Anliegerstraße. Als besonders störend werden die Lastwagen empfunden, die in der Wohnstraße besonders viel Lärm verursachen. Ein Grund für die Nutzung der Straße scheint die Baustelle an der Salzbachtalbrücke an der A66 zu sein. Durch einen Baufehler musste die Brücke in jede Fahrtrichtung auf nur eine Fahrspur verengt werden, was zu kilometerlangen Staus jeden Tag führte. Außerdem musste Fahrzeugen über 7,5 Tonnen die Durchfahrt untersagt werden. Um den Stau zu umgehen, nutzten daher viele Fahrer die Straße, um auf die Autobahn zu gelangen.

Zwar sollte sich die Situation nach der Freigabe des dritten Fahrstreifens am Montag in der Straße verbessern (wir berichteten), der Ärger bei den Anwohnern bleibt aber. Für besonders viel Gesprächsstoff sorge ein Vorfall Anfang November. Ein Anwohner veröffentlichte ein Foto seines Autos, das er in der Straße geparkt hatte. Es war anscheinend in der Nacht von einem anderen Fahrzeug angefahren worden und wurde dabei beschädigt. Vom Unfallverursacher war nichts zu sehen, das Bild sorgte in den sozialen Medien für zahlreiche Kommentare.

Der Polizei ist der Vorfall bekannt, wie ein Sprecher auf Anfrage von Merkurist bestätigt. „Da der Vorfall leider erst ein paar Tage später den Kollegen gemeldet wurde, gestaltete sich die Spurensicherung eher schwierig.“ Die Ermittlungen wegen Fahrerflucht laufen aber trotzdem. Auch sei der Polizei bekannt, dass die Straße gerne als Abkürzung genutzt wird: „Diesbezüglich haben wir schon mit Anwohnern vor Ort gesprochen und führen gelegentlich Kontrollen durch“, so der Sprecher.

„Unsere Beobachtungen zeigen, dass manche Lasterfahrer durch die Straße müssen.“ - Polizei Westhesen

Auch dass die Straße als Umgehung für die Baustelle an der Salzbachtalbrücke genutzt wurde, sieht die Polizei so. Dies sei jedoch nicht der einzige Grund: „Unsere Beobachtungen zeigen, dass manche Lasterfahrer durch die Straße müssen“, erklärt der Sprecher. Dazu gehören etwa auch die Baustellenfahrzeuge, die zur Salzbachtalbrücke wollen. Die Bernhard-May-Straße ist für sie eine wichtige Zufahrt. Daher sei es auch erstmal nicht möglich, den Durchgangsverkehr aus der Straße ganz herauszuhalten, meint der Polizeisprecher. Man werde die Lage aber grundsätzlich im Auge behalten. (js)

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