In Wiesbaden hat eine Einbruchserie in den vergangenen Wochen und Monaten für Unruhe bei Mietern der Wohnungsgesellschaft GWW gesorgt. Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, sind Einbrecher in die Keller dutzender Wohnhäuser eingedrungen, oft ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen.
Die Polizei Wiesbaden bestätigt auf Anfrage der Zeitung, dass es seit Ende des vergangenen Jahres in mehreren Stadtteilen Einbruchdiebstähle in Kellergeschossen gegeben habe. Die Schätzungen würden sich auf einen „hohen zweistelligen Bereich“ belaufen. Die städtische Wohnungsgesellschaft GWW spricht dem Bericht zufolge sogar von Einbrüchen „in über 100 Hauseingängen“ ihrer Objekte.
Betroffen seien Mieter im gesamten Stadtgebiet, darunter in der Dantestraße, Welschstraße, Grazer Straße und Nettelbeckstraße, Carl-von-Ossietzky-Straße, der Melanchthonstraße, der Römerfeldstraße und Passauer Straße. Die Täter hätten es vor allem auf Kellerverschläge und Fahrradräume abgesehen und dort Mietereigentum wie Werkzeug und teure E-Bikes gestohlen.
GPS-Sender führt Polizei zu Tatverdächtigen
Die Ermittler seien den mutmaßlichen Tätern mithilfe eines gestohlenen E-Bike auf die Spur gekommen. Laut Polizei hatte dieses einen GPS-Sender, wodurch ein Auto geortet werden konnte. Bei einer Kontrolle des Fahrzeugs in Bayern seien zwei Männer festgenommen worden, später ein dritter. „Der Tatverdacht richtet sich gegen drei bulgarische Männer im Alter von 33 bis 47 Jahren“, zitiert der Kurier die Polizei. Sie sollen für die Einbrüche verantwortlich sein.
Bei der Festnahme sei auch „umfangreiches Diebesgut“ sichergestellt worden, das den Einbrüchen in Wiesbaden zugeordnet werden konnte. Ein Teil davon sei bereits an die Besitzer zurückgegeben worden. Über die genaue Höhe des Gesamtschadens gibt es noch keine Angaben.
Spur führt zu Reinigungsfirmen
Weiterhin rätselhaft bleibt, wie die Täter in die vielen Keller gelangen konnten, ohne Aufbruchsspuren zu hinterlassen. Mieter hätten gegenüber dem Kurier berichtet, dass die Kellertüren unbeschädigt gewesen seien. Auch die Polizei habe bestätigt, dass die Tatverdächtigen sich „beschädigungsfrei Zutritt in die Mehrfamilienhäuser verschaffen“ konnten.
Nach Informationen des Wiesbadener Kuriers gibt es Hinweise auf eine Verbindung zu Dienstleistern. Die Polizei bestätigt demnach, dass „die drei bekannten Personen Verbindungen zu Reinigungsfirmen haben“. Ob diese Firmen von der GWW beauftragt wurden, sei aber noch Gegenstand der Ermittlungen. Als Reaktion auf die Vorfälle arbeite die GWW nun daran, ihre Häuser mit neuen Schließanlagen auszustatten. Man prüfe, den Prozess zu beschleunigen und die betroffenen Liegenschaften vorzuziehen.