Wie eine Wiesbadenerin mit Balkon-Konzerten in der Corona-Krise Mut macht

Inspiriert von Videos aus Italien, veranstaltet die Wiesbadener Sängerin Coco Safir regelmäßig Konzerte auf ihrem Balkon - und hat damit einen viralen Hit gelandet

Wie eine Wiesbadenerin mit Balkon-Konzerten in der Corona-Krise Mut macht

Sich mit Freunden im Café treffen, ins Kino gehen, oder ein Konzert besuchen — alle diese, eigentlich selbstverständlichen Dinge, sind aktuell aufgrund der Corona-Krise nicht mehr möglich. Stattdessen bleiben die meisten Menschen zu Hause, entweder weil sie sich in Quarantäne befinden, oder um andere vor einer Infektion zu schützen. Doch das Zuhausebleiben bedeutet auch für viele ein Stück Einsamkeit. Um diese etwas zu lindern, hat sich eine Wiesbadener Musikerin etwas ausgedacht.

Mut machen

Seit Anfang der Woche spielt die Wiesbadener Sängerin Coco Safir regelmäßig kleine Konzerte — vom Balkon ihrer Wohnung im Bergkirchenviertel aus. „Ich habe die Videos aus Italien gesehen, wo die Menschen sich mit kleinen Musikeinlagen auf ihren Balkonen und Fenstern begeistert haben“, erzählt Safir. Ihr erstes Konzert fand am Montagabend statt, neben der „Ode an die Freude“ spielte sie auch ein extra für die Coronakrise komponiertes Stück. Da nicht viele Menschen zu dem Zeitpunkt auf der Straße waren, hatte sie nur wenige, dafür aber um so glücklichere Zuhörer: „Ein paar Passanten sind stehen geblieben und haben freudig zugehört. Aber mich freut es besonders für die vielen Kinder, die hier in der Nachbarschaft leben“, so die Sängerin.

„Das ist überwältigend, ich bin so froh, dass ich damit in so schweren Zeiten eine kleine Freude bereiten kann.“ - Coco Safir

Ein Freund filmte das Konzert und postete das Video auf Facebook. Schon nach kurzer Zeit verbreitete sich der Film mit mittlerweile schon über 40.000 Klicks. „Das ist überwältigend, ich bin so froh, dass ich damit in so schweren Zeiten eine kleine Freude bereiten kann“, freut sich die Sängerin über den Erfolg. Trotz der sozialen Distanz, welche das Virus schaffe, habe die Musik die Menschen in ihrer Nachbarschaft etwas mehr zusammengebracht, meint Safir: „Viele Leute lerne ich jetzt erst kennen, wie zum Beispiel die kleine Sabrina gegenüber.“ Für sie und andere Kinder liest sie auch regelmäßig Gute-Nacht-Geschichten vor.

So lange die Krise andauert, will sie auch weiterhin regelmäßig Konzerte auf ihrem Balkon geben. Dabei lässt sie sich auch immer wieder neue Sachen einfallen, so soll bald etwa eine Tänzerin auf der leeren Straße vor der Wohnung tanzen. Dass die Straße so leer wie jetzt bleibt, ist Safir jedoch auch wichtig und bittet, dass sich aus Sicherheitsgründen keine großen Menschenmassen vor ihrer Wohnung versammeln: „Lieber wäre es mir, wenn die Menschen selbst in ihrer Wohnung zum Instrument greifen und ihren Nachbarn eine kleine Freude bereiten.“ (ts)

Logo