Mittendrin, beim Charity Walk

Am Sonntag fand in Wiesbaden der zehnte Charity Walk & Run statt. Rund 780 begeisterte Läuferinnen und Läufer begaben sich dabei auf die fünf und zehn Kilometer lange Strecke. Unser Autor Volker Watschounek war einer von ihnen.

Mittendrin, beim Charity Walk

Als ich davon hörte, dass der zehnte Charity Walk & Run wie im vergangenem Jahr nicht im Herbst, sondern im Frühling stattfinden soll, stand für mich fest, da mache ich mit. Seit 2014 und 2015 ist dies mein dritter Wohltätigkeitslauf. Zum ersten Mal habe ich mich einem Team angeschlossen. Denn eines ist klar, auch wenn es ungemein schwer ist, gleichstarke Läufer mit selbiger Motivation zu finden: In der Gruppe macht es am meisten Spaß. Besonders wenn der gute Zweck im Vordergrund steht. Getroffen hat sich das Team um 10:45 Uhr an der Kuckucksuhr beim Souvenirladen von Emil Kronenberger, An den Quellen, gut eine Stunde vor dem offiziellen Startschuss.

Seit 2007 hat der muslimische Verein „Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya“ allein in Wiesbaden mit seinem Charity-Lauf rund 60.000 Euro für karitative Zwecke gesammelt und knapp 6000 Wiesbadener dazu animiert und motiviert, mitzulaufen - auf der fünf Kilometer langen Runde durch den Kurpark, entlang des Rambach über den Promenadenweg zwischen Wilhelmstraße und Sonnenberg.

“Schön wäre es, wenn wir in diesem Jahr auf 1000 Teilnehmer kämen.“ - Mobahil Qamar.

In diesem Jahr hatte sich die Glaubensgemeinschaft „Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR“ für den Lauf viel vorgenommen. Der Teilnehmerrekord und die Spendensumme aus dem vergangenem Jahr sollten übertroffen werden, so Mobahil Qamar vom Organisationsteam im Gespräch. „Schön wäre es, wenn wir in diesem Jahr auf 1000 Teilnehmer kämen.“

Ganz 1000 Teilnehmer wurden es zum Start nicht. Trotzdem, mit 780 Läufern wurde bei der zehnten Ausgabe des Charity Walk der Rekord aus dem vergangenem Jahr geknackt und somit die Messlatte für 2017 noch einmal ein Stück höher gelegt. Daran, dass sich dann mehr als 1000 Läufer finden werden, zweifelt niemand.

Läufer, Walker, Wanderer oder Spaziergänger

Im Sinne des guten Zwecks durfte gegen eine Gebühr von 15 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder bis 15 Jahre jeder teilnehmen – egal ob Läufer, Walker, Wanderer oder Spaziergänger. Und je nachdem, für welches Feld sich angemeldet wurde, mussten eine oder zwei Runden im Kurpark gelaufen werden.

Charity Walk sucht das stärkste Team

Dem Aufruf des Wiesbadener Fitness-Coachs Sascha Demmrich in diversen Facebook-Gruppen waren bis zum Startschuss 53 Sportbegeisterte gefolgt. Ich war einer von ihnen. Einmal in den Dunstkreis getreten, wurde sich über Whatsapp ausgetauscht und abgesprochen, animiert und motiviert. Zum krönenden Abschluss für Sonntag schlug einer der 53 vor, Fußballern nachzueifern und unter allen das Trikot zu tauschen. Andere verbanden den Team-Spirit damit Hand in Hand ins Ziel zu laufen oder gleich weg vom Start die ganze Strecke Hand in Hand zu laufen.

Die wilden Kerle

Aus alledem wurde nichts. Die Vorsätze aus der Whatsapp-Gruppe waren verflogen. Wie so oft bei öffentlichen Laufveranstaltung zeigte sich: Jeder ist sich selbst der Nächste. Am Ende zählt nur das persönliche Ergebnis. Als Fünf-Minuten-Läufer stellte ich mich in die erste Startreihe und es kam so, wie ich es schon oft erlebt hatte. „Drei, zwei, eins, los,“ - die jungen Kerle, beim Start neben und hinter mir positioniert, spurteten in einem Affenzahn entlang des Staatstheaters nach vorne, die Parkstraße kreuzend in den Kurpark. Ich habe nicht mitgezählt, den einen oder anderen hatte ich aber spätestens bis zur Verpflegungsstelle kurz nach dem Wendepunkt wieder eingeholt.

Nach 25:06 Minuten hatte ich das Ziel am Warmen Damm erreicht. Welchen Platz ich damit am Ende in meiner Altersklasse belege, stand bis 20 Uhr noch nicht fest. Irgendwas sei mit der Sortierung durcheinander gekommen. Das finale Endergebnis werde am Montag folgen, so Hossbahn Khan von der Glaubensgemeinschaft „Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR“. Dann werde auch die finale Spendensumme feststehen - ein Betrag, den sich die Stiftung Humanity First Deutschland und die Bärenherz Stiftung teilen werden.

Nachtrag, Ergebnis

Wenn auch das offizielle Endergebnis noch nicht auf der Webseite angezeigt wird, ein Foto sagt mehr als Zeichen und Zahlen. Bei den Männern siegte Markus Manhold, Jahrgang 1989, von der LG Eppstein-Kelkheim in 19:39 Minuten. Zweiter wurde Christoph Beiz von der Aus- und Fortbildungsabteilung - in 21:41 Minuten.

Merkurist