Warum Sportstudio-Moderator Sven Voss das Westend liebt

Seit 12 Jahren lebt ZDF-Moderator Sven Voss mit seiner Familie in Wiesbaden, seit 2013 im Westend. Für ihn ist die Stadt, vor allem aber auch der Stadtteil, die perfekte Kombination aus Ruhe und Lebendigkeit. Was er am Westend liebt.

Warum Sportstudio-Moderator Sven Voss das Westend liebt

„Das Westend hat so vieles davon, was man an anderen Städten gut findet“, sagt Sven Voss. Eine Mischung aus Berliner „shabby und Hipster“, eine spannende linke Szene und eine gute Mischung aus jungen Familien, Studenten und Alteingesessenen. Der Sportstudio-Moderator muss es wissen, er wohnt seit sechs Jahren in dem Wiesbadener Stadtteil, lebt seit 2007 mit seiner Frau in der Landeshauptstadt. „Wir sind überzeugte Wiesbadener“, so Voss, dessen beide Kinder in Wiesbaden geboren wurden.

Auch strategisch kristallisierte sich Wiesbaden als der perfekte Wohnort heraus. Nicht nur, dass es hier für ihn leichter war, eine Wohnung zu finden, als in seiner Exstadt Köln. „Das ZDF ist nah, und auch der Flughafen ist schnell erreicht.“ Und seine Kinder können bequem zu Fuß den Weg in die Schule antreten.

Sportstudio-Moderator

Voss moderiert seit 2011 das Aktuelle Sportstudio im ZDF, arbeitet als Sportjournalist und Moderator, präsentiert unter anderem auch Sendungen für den MDR. „Ein Traumjob“, wie er sagt. Dabei hat er viele tolle Erlebnisse gesammelt: „Das Größte war der Empfang der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft als Weltmeister 2014 in Berlin“, sagt er. „Das war einfach nur Gänsehaut und Adrenalin. Und als dann die Mannschaft kam, war es einfach nur ein wunderbarer Tag. Das werde ich nie vergessen.“

„Der hat sich gefragt: ‘Ist der blöd?’“ - Sven Voss

Sein schlimmstes Erlebnis? „Das war auch bei der WM 2014, beim Spiel Italien gegen Uruguay.“ Damals biss Stürmer Luis Suarez Italiens Abwehrchef Chiellini in die Schulter. „Davon bekam ich aber nichts mit, weil der Weg von der Tribüne zum Spielfeldrand die Fahrt mit einem unendlich langem Aufzug beinhaltete“, sagt Voss. „In meinem Interview mit Suarez frage ich ihn ganz normal, wie zufrieden er mit dem Spiel ist und wie es jetzt weitergeht. Ohne zu wissen, dass er vorher jemanden gebissen hatte. Und das ist natürlich eine Farce, dass man ihn zu dem wichtigen Punkt nicht befragt. Und Suarez ist — quasi noch mit Blut an den Zähnen — mit einem riesen Fragezeichen aus dem Interview gegangen und hat sich wahrscheinlich gefragt: Ist der blöd?“ Seitdem nehme Voss lieber die Treppe.

Zum Sportstudio gelangte er durch eine Mischung aus Ehrgeiz und Können. Aber auch das Glück und einige Zufälle hatten ihren Anteil daran. „Den Weg in eine solche Position gibt es nicht“, sagt Voss. Er ist aber überzeugt, dass die Medien noch immer ziemlich durchlässig sind. „Für Leute, die weiter vorwärts wollen, das aber nicht unbedingt auf der Stirn stehen haben.“

„Rund um den Sedanplatz halte ich mich am liebsten auf.“ - Sven Voss

Seine Lieblingswege durch Wiesbaden hat Voss längst gefunden. „Ich habe eine kleine Lauftsrecke, raus in Richtung Dürer-Anlagen und wieder zurück, das ist meine Lieblingsstrecke.“ Auch seine Freizeit verbringt der Journalist im Viertel. „Rund um den Sedanplatz halte ich mich am liebsten auf“, sagt er. Denn hier tue sich einiges. „Die Leute mussten viele Jahre kämpfen, um wieder etwas entstehen zu lassen. Es ist, glaube ich, noch nicht komplett am Ziel, aber das kann ein richtig guter Szeneplatz in Wiesbaden werden — ohne dass man hier Saufgelage befürchten müsste.“

Auch das „Studio ZR6“ gehört zu Voss’ Lieblingsplätzen. „Zu meiner Hood“, wie er es nennt. Nicht zuletzt, weil ihn mit dem Eigentümer des Hauses, Sascha Burjan, eine lange Freundschaft verbindet. „Der ist auch so ein Macher“, freut sich Voss über das Engagement Burjans, „der hat hier viel Zeit, Geld und Ideen investiert.“

Gegen Vorurteile

Dass das Westend oft als laut, dreckig und kriminell bezeichnet wird, versteht Voss nicht. „Wer sagt ‘das Westend ist dreckig’, war noch nicht in der Kölner Südstadt. Da bist Du morgens rausgegangen und direkt in eine Kölsch-Flasche getreten — wenn’s gut lief.“ Vielleicht, so denkt er, sei man aus den anderen Stadtteilen anderes gewohnt, „aber da leben auch andere Leute.“ Das Lebensgefühl durch die Architektur und die Menschen, die im Westend leben, „ist so, wie ich es gerne mag.“ Und man habe hier — auch als Fernsehmoderator — seine Ruhe. Wenn man die denn will. „Wenn nicht, kann man sich einfach irgendwo an die Theke setzen und wird angequatscht.“

„Weniger Autos, mehr Fahrradwege.“ - Sven Voss

Auch habe er sich noch nie unsicher gefühlt. Im Gegenteil, er geht gerne mit seinen Kindern spazieren. „Und mittlerweile hat man sogar das Hundekot-Problem besser im Griff.“ Kurzum: Wiesbaden sei eine sehr saubere, eine gepflegte Stadt, findet Voss. Trotzdem sieht auch er in manchen Bereichen Verbesserungspotential. „Weniger Autos, mehr Fahrradwege“, sagt er knapp. Ambitionen, Wiesbaden zu verlassen, hat Voss aber nicht. „Man weiß es zwar nie“, sagt er, aber derzeit sind er und seine Familie hier sehr glücklich. (nl)

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