Viele Straßenschäden in Wiesbaden: Wie die Stadt jetzt vorgeht

Hohe Temperaturen belasten auch Wiesbadens Straßen. Wenn es zu heiß wird, kann sich Asphalt verformen. Vor allem viel befahrene Straßen sind betroffen.

Viele Straßenschäden in Wiesbaden: Wie die Stadt jetzt vorgeht

Städte heizen sich im Sommer stark auf. Wenig Begrünung, versiegelte Flächen und dunkle Oberflächen können die Innenstadt zur Hitzeinsel machen. Auch Straßen sind davon betroffen. Asphalt beginnt bei einer Oberflächentemperatur von 60 Grad Celsius weich zu werden. Im Sommer kann diese Temperatur auch durch die Motorwärme schnell erreicht werden.

Die Belastung durch den Verkehr kann dann Spurrinnen und Verformungen verursachen. Diese können vor allem für Fahrrad- und Rollerfahrer problematisch werden. Deutlich betroffen sind stark befahrene Straßen wie die Busspuren rund um den Wiesbadener Hauptbahnhof. Ist der Asphalt einmal verformt, werden aufwendige Baumaßnahmen nötig. Auch an der Biebricher Allee und der Friedrichstraße gibt es Stellen, die Hitzeschäden aufweisen.

Mehr Hitze, mehr Baustellen: Das unternimmt die Stadt

Besonders sichtbar sind die Folgen derzeit am Wiesbadener Hauptbahnhof. Der Bussteig B ist aktuell gesperrt und wird saniert. Hier kommt zur Ausbesserung ein sogenannter halbstarrer Belag zum Einsatz.

Laut Jan Schöffner, Leiter der Bauabteilung im Tiefbau- und Vermessungsamt, verbindet dieser die hohe Belastbarkeit von Beton mit den Vorteilen einer Asphaltbauweise. Dazu zählen geringere Kosten und eine schnellere Erhärtung, sodass die Fläche schneller wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.

Für Verkehrsteilnehmer bedeutet die Sanierung allerdings Einschränkungen. Ein Leser von Merkurist kommentiert die Situation am Hauptbahnhof mit dem Wort „Hölle“ und kritisiert das Verkehrschaos. Nach der aktuellen Baustelle sind weitere Arbeiten geplant: 2027 sollen die Bussteige C und D erneuert werden. Auch an der Biebricher Allee und der Friedrichstraße werden Baustellen folgen, um die Straßen zu erneuern.

Prävention braucht Geld

Sind Fahrbahnen stark beschädigt, muss der Belag vollständig ersetzt werden. Kleinere Risse oder Fugen lassen sich dagegen schneller und günstiger beheben. Für präventive Maßnahmen reichen die vorhandenen finanziellen Mittel nach Angaben des Tiefbau- und Vermessungsamts jedoch derzeit nicht aus. Laut Jan Schöffner sind rund 20 Millionen Euro pro Jahr für die Instandhaltung von Straßen, Brücken, Ampeln und Straßenbeleuchtung sowie präventiven Maßnahmen notwendig.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung erhofft sich Schöffner deswegen vom Bund. Dafür verweist er auf das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Ob und in welcher Höhe das Tiefbau- und Vermessungsamt daraus Mittel erhält, steht noch aus.

Bürger können Schäden melden

Damit Beschädigungen möglichst früh erkannt werden, setzt das Tiefbau- und Vermessungsamt sogenannte Streckenbegeher ein. Sie kontrollieren regelmäßig den Zustand der Wiesbadener Straßen und begutachten mögliche Mängel. Auch Bürger können Auffälligkeiten per E-Mail, Telefon oder über das Kontaktformular des Amtes melden. So können Probleme frühzeitig erkannt und notwendige Maßnahmen eingeleitet werden.

Mit steigenden Temperaturen dürfte der Zustand der Straßen auch in Zukunft eine Herausforderung für die Stadt bleiben. Frühzeitige Kontrollen und Reparaturen könnten dazu beitragen, größere Schäden und aufwendige Sanierungen zu vermeiden.