Bau der Radspindel in Wiesbaden hat begonnen

Der Bau einer neuen Radrampe an der Kaiserbrücke in Wiesbaden hat begonnen. Sie soll die Verbindung nach Mainz verbessern. Vorerst wird die Brücke jedoch für Radfahrer und Fußgänger aus einem anderen Grund gesperrt.

Bau der Radspindel in Wiesbaden hat begonnen

Der Bau der lang geplanten Radspindel an der Kaiserbrücke hat begonnen. Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol gab am Montag mit einem symbolischen Spatenstich den Startschuss. Die neue Verbindung soll den Geh- und Radweg auf der Wiesbadener Seite künftig komfortabel, sicher und barrierearm erreichbar machen.

Damit wird eine langjährige Lücke im Radwegenetz zwischen Mainz und Wiesbaden geschlossen. Die Verbindung über die Kaiserbrücke wird bereits heute intensiv genutzt. Verkehrszählungen hatten rund 600 Radfahrer pro Tag erfasst – obwohl der Zugang auf Wiesbadener Seite bislang nur über eine Treppenanlage mit Schieberillen möglich ist.

Seit Jahren geplant

Die Idee für eine bessere Radverbindung gibt es nach Angaben von Kowol bereits seit rund 15 Jahren. Seit etwa zehn Jahren wird konkret geplant, seit rund fünf Jahren läuft die Planung intensiver. Auch auf Mainzer Seite ist eine Radspindel vorgesehen. Die Planungen erfolgen in Abstimmung zwischen den beiden Städten, der Deutschen Bahn und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.

Die Kaiserbrücke ist zudem Teil wichtiger Radrouten wie des Radfernwegs R3 und des EuroVelo 15. Die neue Verbindung soll die Rheinquerung insbesondere im Alltag komfortabler machen – auch für Pedelecs, Lastenräder und Fahrradanhänger.

4,9 Millionen Euro für Wiesbaden

Die Wiesbadener Radspindel kostet rund 4,9 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund 2,84 Millionen Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Verkehr. Die bisher genannten rund fünf Millionen Euro für die Wiesbadener Seite werden damit konkretisiert. Für die Mainzer Spindel werden wahrscheinlich ähnliche Kosten anfallen.

Die neue Rampe wird rund vier Meter breit und überwindet in drei Windungen einen Höhenunterschied von 9,50 Metern. Der Handlauf wird beleuchtet. Die Mainzer Spindel soll weniger Windungen, dafür aber einen größeren Radius erhalten.

Eine besondere Herausforderung ist die denkmalgeschützte Kaiserbrücke, die als Bahnbrücke zahlreichen Abstimmungen unterliegt.

Fertigstellung im Frühjahr 2028

Die Fertigstellung der Wiesbadener Spindel ist voraussichtlich für das Frühjahr 2028 vorgesehen, also in 18 Monaten. Anschließend soll auch die bestehende, sanierungsbedürftige Treppenanlage durch einen Neubau ersetzt werden.

Während der Bauzeit bleibt die Kaiserbrücke grundsätzlich erreichbar. Für den Radverkehr zwischen Kaiserbrücke und Yachthafen Rhein Port ist eine Umleitung über die Biebricher Straße vorgesehen.

Zusätzlich wird der Fuß- und Radweg auf der Kaiserbrücke ab Dienstag (25. August) für etwa vier Wochen gesperrt. Bei einer Überprüfung waren Schäden am Belag festgestellt worden, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Die Oberfläche soll deshalb jetzt gemeinsam mit den Bauarbeiten erneuert werden. Die großräumige Umleitung führt über die Schiersteiner Brücke und die Theodor-Heuss-Brücke.

„Mehr als eine Rampe“

Kowol bezeichnete das Projekt als wichtigen Schritt für die Verkehrswende. „Die Radspindel ist weit mehr als eine Rampe. Sie schließt eine entscheidende Lücke im Radverkehrsnetz und macht eine bereits heute stark nachgefragte Verbindung deutlich attraktiver“, so der Verkehrsdezernent.

Auch in Mainz-Kastel war das Projekt bereits mehrfach Thema im Ortsbeirat. Ortsvorsteherin Christa Gabriel erklärte: „Es ist umso schöner, bald problemlos das Rad hochschieben beziehungsweise hochfahren zu können.“ Mit dem Spatenstich beginnt nun die Umsetzung eines Projekts, das seit Jahren geplant wird. Gemeinsam mit der Mainzer Spindel soll die Kaiserbrücke künftig eine deutlich attraktivere und komfortablere Radverbindung zwischen Mainz und Wiesbaden bieten.