Wie es am Platz der Deutschen Einheit weitergehen soll

Zehn Jahre nach einem Architektenwettbewerb sind noch immer nicht alle Pläne für den Platz der Deutschen Einheit realisiert worden. Doch die Umgestaltung könnte bald weitergehen.

Wie es am Platz der Deutschen Einheit weitergehen soll

Es waren große Pläne, die vor gut 10 Jahren für die Neugestaltung des Platzes der Deutschen Einheit vorgelegt wurden. Doch nicht alle Vorhaben, die im Architektenwettbewerb überzeugt haben, wurden auch tatsächlich umgesetzt. Der Magistrat will sich dem Platz jetzt aber erneut annehmen.

Neue Chancen für den Stadtplatz

„Nach vielen Jahren des Stillstands wollen wir nun die ungeordneten Verhältnisse beenden.“ - Hans-Martin Kessler

„Nach vielen Jahren des Stillstands wollen wir nun die ungeordneten Verhältnisse beenden und einen urbanen Stadtplatz mit Schule, Kita, Läden und Freiflächen schaffen“, beschreibt Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler die Zielsetzung. Er betont zwar, dass die neue Sporthalle 2014 wie geplant eröffnet werden konnte und auch der Quartiersplatz ein Jahr später umgestaltet war, doch er erinnert daran, dass zwischen Sportplatz und der Turnhalle der Elly-Heuss-Schule eigentlich ein weiterer Aufenthaltsort, der sogenannte „Stadtplatz“ geplant war.

Kessler sieht ihn als „wichtige Schnittstelle zwischen Innenstadt und Westend“. „Als multifunktionaler Stadtraum und erweiterter Schulhof für die Oberstufe des größten Wiesbadener Gymnasiums wird er zudem eine sichere und bequeme Anbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen City und Westend bilden“. Für Kessler birgt die Gestaltung des Platzes auch die Möglichkeit, die Schwalbacher Straße zu beleben und den Platz der Deutschen Einheit besser an die Innenstadt anzubinden.

Machbarkeit wird geprüft

Dabei hat der Platz jetzt gute Chancen, tatsächlich umgebaut zu werden. Einzige Hürde für das Vorhaben: Das alte Arbeitsamtgebäude. Auf dieser Fläche sollen künftig nämlich Parkplätze entstehen, die dringend für die Anwohner der angrenzenden Straßen gebraucht werden. Erst wenn das Gebäude weg ist, kann der Stadtplatz also gebaut werden. Ein Abriss und ein Neubau an andere Stelle seien jedoch bereits geplant, so Kessler. Deshalb hat der Magistrat nun einer Machbarkeitsstudie zugestimmt, um zu sehen, ob der Stadtplatz tatsächlich umsetzbar ist.

Der unübersichtliche Platz ist in den vergangenen Jahren immer wieder negativ aufgefallen. Inzwischen herrscht deshalb sogar ein Alkoholverbot, das nach einer Testphase verlängert wurde. Weil viele Bushaltestellen in dem Bereich des Platztes liegen, ist er gleichzeitig stark frequentiert und gerade für Umsteiger unausweichlich. Im Zuge des neuen Sicherheitspakets für die Stadt, haben Polizei und Ordnungsamt daher auch den Platz der Deutschen Einheit in ihre Pläne aufgenommen. Demnach sollen bald Überwachungskameras an den Bussteigen installiert werden, wie Polizeipräsident Stefan Müller ankündigte. Diese sollen zum einen eine schnelle Einsatzplanung ermöglichen, wenn es zu weiteren gefährlichen Vorfällen kommen sollte, gleichzeitig aber auch als Abschreckung für Taschendiebe und Randalierer dienen.

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