Salzbachtalbrücke: Freigabe von Bahnstrecke und Mainzer Straße rückt näher

Wie geht es aktuell an der ehemaligen Salzbachtalbrücke voran und wann können dort wieder Bahnen und Autos fahren? Darüber sprach Matthias Achauer von der zuständigen Autobahn GmbH bei einer Baustellenführung.

Salzbachtalbrücke: Freigabe von Bahnstrecke und Mainzer Straße rückt näher

Noch ist das Baufeld, auf dem bis vor Kurzem die Salzbachtalbrücke stand, ein Trümmerfeld. Schon bald sollen dort aber wieder Autos und Bahnen fahren, wie die zuständige Autobahn GmbH bei einer Baustellenführung am Montag ankündigt.

Wann die Züge wieder rollen sollen

„Spätestens am 4. Dezember, vielleicht auch ein, zwei Tage früher, wollen wir das Baufeld der Bahn übergeben“, sagt Matthias Achauer von der Abteilung Brückenbau- und Bauwerksmanagement. Die Bahn könne dann damit beginnen, die Gleise und Oberleitungen wieder instandzusetzen, um den Schienenverkehr in Richtung Hauptbahnhof wieder aufnehmen zu können. Das dauere etwa zwei Wochen, schätzt Achauer. Gemeinsames Ziel von Bahn und Autobahn GmbH: Noch vor Weihnachten sollen die Züge wieder rollen. Auch die Mainzer Straße soll dann wieder befahrbar sein. „Bis zum 10. Dezember soll die neue Fahrbahndecke drauf sein“, kündigt Achauer an.

Bis dahin müssen insgesamt 15.000 Tonnen Brückentrümmer zerkleinert und abtransportiert werden. Dazu kommen rund 90.000 Tonnen Sand und Erde, die die Bahngleise und die Bundesstraße während der Sprengung vor dem Aufprall der Brücke geschützt hatten. Die Brücke ist mittlerweile so gut wie zertrümmert, jetzt werden die Materialien vor Ort grob sortiert und vom Baufeld geräumt - mithilfe von rund 5500 einzelner Lkw-Fahrten. Auf der Entsorgungsdeponie werden dann abschließend Beton und Stahl voneinander getrennt und recycelt. Anstatt die Trümmer wegzuschmeißen, werden sie weiterverarbeitet und beispielsweise als Frostschutzschicht im Straßenbau eingesetzt.

Arbeiten für den Neubau beginnen parallel

Parallel zu den Aufräumarbeiten werde bereits am Neubau der Salzbachtalbrücke gearbeitet. Mithilfe eines Spezial-Bohrers geht es derzeit am westlichen Teil der Brücke 46 Meter tief in die Erde, um die Gründungen für den Neubau herzustellen. Es dauere nicht mehr lang, bis man die Fundamentplatte auf die dort entstehenden Pfähle stellen könne.

Aktuell seien immer rund 30 Mitarbeiter gleichzeitig vor Ort, um die Bauarbeiten voranzutreiben, sagt Achauer. Gemeinsam mit der Baufirma versuche man, die Arbeiten noch zu beschleunigen. Das hänge aber auch vom Lärmpegel ab. „Wir haben Nachtarbeit für lärmintensive Tätigkeiten ausgeschlossen.“ Um Anwohner vor allem in der Nacht vor Lärm zu schützen, werde stattdessen werktags von 7 bis 18 Uhr, höchstens aber bis 20 Uhr gearbeitet.

„Wir hoffen, Mitte 2023 wieder Verkehr zu sehen.“ - Matthias Achauer, Autobahn GmbH

Bisher seien alle Arbeiten im Zeitplan, sodass 2023 ein erster Meilenstein geschafft sein soll. „Wir hoffen, Mitte 2023 wieder Verkehr zu sehen“, sagt Achauer. Denn dann soll die Südbrücke fertiggestellt sein, sodass dort wieder zwei verengt geführte Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Vollständig neu aufgebaut sein soll die Brücke bis 2026. Die Brückenlager, die dazu geführt hatten, dass im Juni Teile auf die Mainzer Straße gefallen und die Brücke letztlich gesprengt werden musste, wurden übrigens mittlerweile an Experten übergeben. Die Autobahn GmbH erhoffe sich davon neue Erkenntnisse für andere Bauwerke.

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