521 neue Wohnungen reichen noch nicht

In Wiesbaden sind 2017 zwar viele neue Wohnhäuser entstanden, den Bedarf decken sie jedoch noch lange nicht. Vor allem bezahlbarer Wohnraum ist in der Landeshauptstadt noch immer knapp.

521 neue Wohnungen reichen noch nicht

Insgesamt 251 Wohnungen sind in Wiesbaden im vergangenen Jahr gebaut worden. Dafür haben die Bauherren rund 135,3 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Das sagen die Zahlen des statistischen Bundesamtes. Vom Single-Apartment bis zum Bungalow sind darunter viele verschiedene Wohnkonzepte zu finden. Doch die Wohnungsnot in der Landeshauptstadt ist damit trotzdem nicht behoben.

Weniger Wohnungen

Das Verbändebündnis Wohnen, das sich aus Vertretern der Baugewerkschaft IG Bau und aus der Bauwirtschaft zusammengeschlossen hat, relativiert die Zahlen: „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn Wiesbaden seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will“, sagt Hans-Joachim Rosenbaum von der IG Bau. Er weist darauf hin, dass die Zahl seit 2016 gesunken sei. So seien im vergangenen Jahr 27 Prozent weniger Wohnungen gebaut worden als noch im Jahr zuvor.

„Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden.“ - Hans-Joachim Rosenbaum, IG BAU

Zudem mangele es noch immer an günstigen Wohnräumen. „Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, so Rosenbaum. Dabei merkt er an, dass viele neue Wohnungen von einem durchschnittlichen Einkommen oft nicht zu bezahlbar sind. Das liege nicht daran, dass zu wenige Sozialwohunungen gebaut werden, sondern daran, dass in den vergangenen Jahren viele weggefallen sind. Die Neubauten könnten die Wegbrüche nicht ausgleichen. Ebenso verhalte es sich mit altersgerechten Wohnungen für Senioren.

Weniger Eigentum

Zudem haben laut Bündnis Wohnen immer weniger Wiesbadener die Chance, eine Wohnung oder ein Haus als Altersvorsorge zu erwerben. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand – unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung“, sagt Hans-Joachim Rosenbaum.

Laut einer Studie des Pestel-Institutes in Hannover liegen die Wiesbadener, die in den eigenen vier Wänden wohnen, tatsächlich unter dem Bundesdurchschnitt. Nur 28 Prozent der Haushalte waren demnach im vergangenen Jahr in Eigentum unterbracht, bundesweit aber fast jeder zweite.

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