Das wird hinter dem Lilien-Carré gebaut

Während im Inneren des Lilien-Carrés weiterhin Renovierungsarbeiten stattfinden, tut sich auch außerhalb des Gebäudes etwas: Hinter dem Einkaufszentrum entstehen mehrere neue Gebäudekomplexe.

Das wird hinter dem Lilien-Carré gebaut

Wer auf der Biebricher Allee in Richtung Hauptbahnhof fährt, passiert seit Jahren ungenutzte Betonfundamente. Direkt hinter dem Lilien-Carré, zwischen Klingholzstraße und Fischerstraße gelegen, wirkt das Grundstück, als warte es auf seine Bebauung. Längst zieren Graffitis die grauen Steine.

Erst seit Kurzem bewegt sich wieder etwas zwischen den Mauern. Das Grundstück ist durch Bauzäune abgesperrt, Bagger und Baucontainer reihen sich aneinander. Neben diesen Bauvorbereitungen hinter dem Lilien-Carré, hat Merkurist-Leser Eric auch wenige Schritte weiter in Richtung Hauptbahnhof Bauzäune entdeckt. In einem Snip fragt er sich, was dort vor sich geht.

Neue Büro- und Wohngebäude

„Auf dem Grundstück hinter dem Lilien-Carré sollten 2006 ursprünglich Stadtvillen gebaut werden“, sagt Robert Klemm. Als Center-Manager des Lilien-Carrés ist er nicht ohne Grund gut darüber informiert, was sich hinter dem Einkaufszentrum abspielt. Kurz vor der Fertigstellung der Villen hätte der damalige Investor jedoch Insolvenz angemeldet und die Fundamente unbebaut stehen lassen.

Seitdem gehören Lilien-Carré und Betonfundamente den Gesellschaften Orion IV European Real 22 S.á.r.l. und Orion European 23 S.á.r.l. Unter den Fundamenten werde laut Klemm seit Jahren die Anlieferung des Lilien-Carrés abgewickelt. Da zurzeit auch das Einkaufscenter renoviert und somit täglich mit Baumaterial beliefert werde, seien Absprachen und Koordination besonders wichtig.

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„Wir rechnen damit, die Bauarbeiten Ende 2019 abzuschließen.“ - Viktoria Schäfer

Auf den bestehenden Fundamenten sollen jetzt zwei Wohn- und ein Bürogebäude entstehen. Im Auftrag der Lilien-Carré-Besitzer plant und setzt das Architekturbüro HS.02 huthwelker.stoehr + partner das Bauvorhaben um. Das Bürogebäude in Richtung Bahnhof soll auf fünf Geschossen Platz für eine 4600 Quadratmeter große Bürofläche bieten. In den beiden Wohngebäuden am oberen Ende in Richtung Biebricher Allee werden 43 Wohneinheiten Einzug erhalten. Mit dem Bau der beiden Projekte wurde erst vor Kurzem begonnen.

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„Wir rechnen damit, dass die Bauarbeiten Ende 2019 abgeschlossen sein werden“, sagt Viktoria Schäfer, Architektin des Wiesbadener Architekturbüros mit Sitz in der Biebricher Allee. Die Anlieferung des Lilien-Carrés bleibe während der gesamten Baumaßnahmen in Betrieb. Um den bestehenden Sockelbau statisch anzupassen, werden kleine Teile des Sockels zurückgebaut und wieder neu errichtet. Das erklärt die aktuellen Baumaßnahmen an den Betonfundamenten.

Hotel und Apartments

„Auf dem Grundstück werden gerade Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt.“ - Markus Koch

Die Bauzäune unmittelbar neben dem Hauptbahnhof haben mit diesem Bauvorhaben nichts zu tun. Stattdessen soll dort im Auftrag des Hotelprojektentwicklers GBI ein IntercityHotel mit angrenzendem Apartmentgebäude entstehen. Auf ein Hotel weist dort allerdings noch nichts hin. „Auf dem Grundstück laufen einige Ver- und Entsorgungsleitungen entlang, die gerade umgelegt werden müssen“, erklärt Markus Koch von der Projekt- und Baumanagementgesellschaft mbH PBMG. Er ist der zuständige Projektleiter für den Bau der Gebäude.

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Bereits im September des vergangenen Jahres stellten die Verantwortlichen für das Projekt ihren Entwurf vor, der so nun umgesetzt werden soll. Die Fläche in der Klingholzstraße, auf der die beiden Komplexe entstehen sollen, gehörte ursprünglich der Deutschen Bahn. Im Sommer 2017 hat die GBI dem Verkehrsunternehmen mehrere solcher bahnhofsnahen Grundstücke in ganz Deutschland abgekauft, um dort Hotels und Wohnungen zu errichten.

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„Den Baubeginn setzen wir für Ende 2018 an, vorausgesetzt uns liegt die abschließende Baugenehmigung bis dahin vor“, sagt Koch. Alles weitere, wie eine Genehmigung für den Anschluss eines eigenen Fahrradstreifens an das Radfahrnetz der Stadt und ein Schallgutachten würden bereits vorliegen. Auch der besonderen Herausforderung, die durch die Nähe zum denkmalgeschützten Hauptbahnhof enstehe, habe man sich innerhalb der Planung des Spezialtiefbaus bereits gestellt. „Als Ziel für den Abschluss des Gesamtvorhabens setzen wir uns deshalb vorsichtig Ende 2020“, sagt Koch.

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