Das wird aus dem alten Gebäude neben dem Walhalla im Exil

Seit rund vier Wochen kann man in der Hausnummer 22 der Nerostraße Bauarbeiten erkennen. Was wird aus dem denkmalgeschützten Haus neben dem Walhalla im Exil?

Das wird aus dem alten Gebäude neben dem Walhalla im Exil

Wer durch die Nerostraße läuft, kommt derzeit nicht an einer Baustelle vorbei. Der Blick auf die Hausnummer 22 direkt neben dem Walhalla im Exil wird von einem Baugerüst und Bannern versperrt. Das Dach des Hauses wurde scheinbar abgebaut, im Innenraum sieht es nach Arbeit aus. Das ist auch Merkurist-Leserin Katrin aufgefallen. Sie hat früher in der Straße gewohnt und meint sich zu erinnern, dass das Haus denkmalgeschützt ist. Deshalb fragt sie sich, was damit geschieht.

Eigentumswohnungen und Gewerbe

Seit rund vier Wochen laufen die Arbeiten an dem Haus, bestätigt Thomas Gölker. Er ist Geschäftsführer von Hausvision Immobilienmanagement und ist für den Vertrieb der dort entstehenden Wohnungen zuständig. Denn das Haus ist Teil eines größeren Wohnungsbauprojekts in der Nerostraße. Gemeinsam mit zwei Neubauten direkt hinter dem Haus an der Straße werden mit dem Projekt insgesamt 16 neue Eigentumswohnungen und zwei Gewerbeeinheiten schaffen. Bauherr ist die Firma Steikra Immobilien aus Saulheim.

Die beiden Neubauten zwischen Nero- und Lehrstraße stehen bereits, denn das Projekt läuft schon seit Februar 2017. Die 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen sind zwischen 25 und 178 Quadratmeter groß, haben Balkone, Terrassen, eine Garage, einen Lift und einen Keller. Fast alle Wohnungen sind schon verkauft, die meisten sogar schon bewohnt.

„Das Haus um Baujahr 1805 zählt zu den ältesten Häusern in der Nerostraße.“ - Thomas Gölker, Vertrieb

Dass das Haus an der Nerostraße noch nicht fertig ist, liegt vor allem an der Beschaffenheit des Gebäudes. „Das Haus um Baujahr 1805 zählt zu den ältesten Häusern in der Nerostraße“, sagt Gölker. Damit steht es, wie Leserin Katrin sich richtig erinnert, unter Denkmalschutz und kann nicht vollständig abgerissen werden. Anders als die Schreinerei hinter dem Gebäude, die abgerissen wurde. Stattdessen muss so viel von dem Gebäude erhalten bleiben, wie möglich. „Von außen soll es optisch so aussehen, wie das Haus, das vorher dort stand“, sagt Gölker. „Ein Großteil muss abgerissen werden, da die Substanz nicht erhalten werden kann.“

Beispielsweise seien viele Balken von Schädlingen befallen gewesen. Vor vier Wochen begann eine Baufirma damit, das Gebäude zu entkernen. So wurden alle Teile entfernt, die mithilfe von Lehm gebaut wurden. Auch die Dachziegel wurden vor wenigen Tagen abgetragen. Wenn die Entkernung abgeschlossen ist, wird das Gebäude kernsaniert, so Gölker. Neben zwei Gewerbeeinheiten entstehen dort dann zwei weitere Wohnungen. Fertigstellt sein soll das gesamte Bauprojekt voraussichtlich im Mai 2020. (mr)

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