1. Ring wird neu gestaltet

Umweltspuren sollen viele Vorteile bringen

1. Ring wird neu gestaltet

Der 1. Ring in seiner jetzigen Form soll Ende des Jahres der Vergangenheit angehören. Durchgängige Umweltspuren, also kombinierte Fahrspuren für Radfahrer und Busse, sollen in beide Richtungen entstehen. Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) ist sich sicher: „Für die Wiesbadener Bevölkerung schaffen wir hier eine ganze Reihe von Vorteilen.“

Grund für die Einrichtung der Spur war das drohende Dieselfahrverbot im vergangenen Jahr. In dem daraufhin beschlossenen Maßnahmenpaket ist die Umweltspur auf dem 1. Ring ein zentraler Punkt. Ein erster Abschnitt vom Sedanplatz bis zur Dotzheimer Straße ist schon fertig. Jetzt, in der Corona-bedingt verkehrsarmen Zeit, sollen die Bauarbeiten weiter voranschreiten. Die Tiefbau- und Markierungsmaßnahmen für die Umweltspuren haben bereits begonnen und sind noch bis Oktober geplant.

Frische Luft und freie Fahrt

Ziel der Maßnahmen ist vor allem eine Verbesserung der innerstädtischen Luft. Gleichzeitig soll der gesamte Verkehr durch die Umweltspuren flüssiger rollen. Dazu allein reicht die Umweltspur, die ja auch für den Wegfall einer Pkw-Spur sorgt, aber nicht. „Es ist notwendig, den täglichen Pkw-Verkehr aus dem Innenstadtbereich teils zu verlagern und teils durch Fuß- oder Radverkehr sowie eine stärkere ÖPNV-Nutzung zu ersetzen“, heißt es vonseiten der Stadt Wiesbaden. Derzeit, so aktuelle Zahlen, befahren jeden Tag rund 66.000 Autos den 1. Ring.

Viele Autos fahren lediglich durch die Stadt durch. Dafür soll der Verkehr am Dürerplatz und an der Berliner Straße verstärkt auf den 2. Ring und das Fernstraßennetz gelenkt werden. Durch die neue digitale Verkehrssteuerung „DIGI-V“ soll außerdem flexibel auf verschiedene Verkehrssituationen reagiert werden können. Das System misst sowohl Verkehrs- als auch Umweltdaten und ermöglicht eine flexible Reaktion auf die Messwerte. In der Berliner Straße entsteht in diesem Zusammenhang eine neue Ampelanlage, die den Busverkehr bevorzugt.

Dieser wird dank der Umweltspur in jedem Fall flüssiger voran kommen. Denn viele Linien passieren täglich den 1. Ring. Die ESWE-Linien sowie die Regionalbusse des RTV werden wesentlich besser ihre Fahrpläne einhalten können, weil sie in den Stoßzeiten nicht mehr mit allen anderen Verkehrsteilnehmern im Stau stehen müssen. Schreitet die Elektrifizierung der Noch-Dieselbusse wie geplant voran, wird der Schadstoffausstoß noch weiter gesenkt werden können.

Parkplätze fallen weg

Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten für die Umweltspuren am 1. Ring wurden auch die derzeitigen Markierungen und Beschilderungen überprüft. In Teilbereichen entsprechen weder die aktuell verfügbaren Breiten für den Fußverkehr den Regeln zur Sicherheit und Barrierefreiheit, noch kann die Fahrbahn optimal für den fließenden Verkehr genutzt werden. Entsprechend werden an diesen Stellen die Möglichkeiten für das Parken in Parkscheinbereichen zurückgenommen. Flächen für das Bewohnerparken am 1. Ring sind davon nicht betroffen. Damit der Rad- und Busverkehr aus den Seitenstraßen sicherer auf den 1. Ring fließen kann, werden ebenfalls weitere Umwandlungen notwendig werden.

Im Zuge der Arbeiten muss außerdem die Adolfsallee gesperrt werden. Autos müssen eine Umleitung nehmen, zwölf Parkplätze in der Straße fallen weg. Die Fläche am 1. Ring wird zum Wenden gebraucht.

Um die Belieferung der Geschäfte sicherzustellen und Kurzparkzonen für die Paketdienste zu schaffen, werden im parallelen Projekt „DIGI-L“ (Digitale Logistik) geeignete Flächen für neue Ladezonen gesucht. Ziel ist es, die Flächen frühzeitig auszuweisen, so dass sie am Ende der geplanten Bauzeit im Herbst 2020 zur Verfügung stehen.

Die jeweiligen Bauabschnitte werden nach den vorhandenen Ressourcen und den Verkehrsbedingungen koordiniert. Ziel ist es, die Maßnahmen möglichst schnell und mit möglichst geringer Behinderung abzuschließen. Die Stadt geht davon aus, dass diese aufgrund der verkehrsarmen Situation ohnehin gering bleiben wird. Bis Ende April soll die Umweltspur bis zum Hauptbahnhof reichen. (rk)

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