“Brotfabrik“ in der Adelheidstraße eröffnet

Direkt gegenüber der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule gibt es nach vielen Jahren Leerstand wieder eine Bäckerei. Die „Brotfabrik“ hat mitten in der Corona-Krise eröffnet, um die Nachbarschaft mit Backwaren zu versorgen.

“Brotfabrik“ in der Adelheidstraße eröffnet

Rund 15 Jahre lang hat Cemil Kazmaci in der Nähe der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule gelebt. Er kennt die Ecke gut — auch, weil seine Kinder dort zur Schule gegangen sind. Für sie war die Bäckerei in der Adelheidstraße 66 eine wichtige Anlaufstelle, doch nachdem „Schröer“ die Filiale schloss, stand der Laden Jahre lang leer. Doch seit einigen Wochen gehen wieder täglich Brötchen und Teilchen über die Theke: Als ein Teilhaber hat Kazmaci zusammen mit seinem Bruder in den Räumen die „Brotfabrik“ eröffnet — und das mitten in der Corona-Krise.

Eröffnung verschoben

„Schon im Dezember haben die Planungen begonnen.“ - Teilhaber Cemil Kazmaci

„Wir haben viel Vorbereitungszeit gebraucht. Schon im Dezember haben die Planungen begonnen“, sagt Kazmaci gut sieben Monate später. Neben den Brüdern habe auch ein Weinhändler Interesse an dem Ladenlokal gehabt, der Zuschlag ging im März aber an die Bäckerei. „Nach rund fünf Jahren Leerstand musste dann erst einmal einiges renoviert werden. Als wir Ende März den Laden beziehen konnten, fiel die geplante Eröffnung mitten in die Corona-Krise“, fasst Kazmaci die vergangenen Monate zusammen. „Die Schule war geschlossen und die Leute waren zuhause. Es war klar, wir mussten die Eröffnung verschieben“, sagt er. Zudem sei es in der Zeit unmöglich gewesen, Dekoration und Einrichtung für den Laden zu besorgen.

Stattdessen nutzen die Betreiber die Zeit, um die Theke und die Verkaufsregale nach eigenen Vorstellungen einzurichten. Inzwischen gibt es auch Sitzplätze vor dem Laden auf einer kleinen Terrasse „im Moment mit acht Sitzplätzen und viel Abstand, aber wir planen noch zusätzliche Stehtische“, so der Teilhaber.

„Ein Paar aus der Nachbarschaft hat sich riesig gefreut, dass es hier wieder einen Bäcker gibt.“ - Teilhaber Cemil Kazmaci

Auch die ersten Kunden kommen laut Kazmaci schon regelmäßig. „Kurz nach der Eröffnung hat sich ein Paar aus der Nachbarschaft riesig gefreut, dass es hier wieder einen Bäcker gibt“, erzählt Kazmaci und hofft, dass sich der Laden noch weiter herumspricht. Dann will das Team auch verstärkt auf Kundenwünsche eingehen. „Weil eine Kundin schon mehrmals nach einem belegten Avokadobrötchen gefragt hat, haben wir das fest ins Sortiment aufgenommen“, nennt Kazmaci ein Beispiel. Auf Feedback wolle man in der nächsten Zeit noch mehr eingehen, „vielleicht benennen wir ja irgendwann ein Brötchen nach der benachbarten Schule, wenn wir bestimmte Wünsche von den Schülern erkennen.“

Backwaren aus Offenbach

Die Backwaren beziehe die „Brotfabrik“ von einem Bäcker aus Offenbach. Dort habe es im Vorfeld viele Besuche und Verköstigungen gegeben. „Wir wollen, dass sich unsere Ware eindeutig von Discounterprodukten unterscheidet. Vor allem beim Brot ist mir Qualität sehr wichtig“, sagt Kazmaci. Zudem soll es bald auch Mehl, Eier und Milch in Bioqualität zu kaufen geben. Schon jetzt liegen aber auch Plunder, Muffins und andere süße Teilchen neben verschiedenen Broten und rund zehn Brötchensorten in der Auslage.

„Wir wollen irgendwann auch ein Büchertauschregal einrichten.“ - Teilhaber Cemil Kazmaci

Seit der verspäteten Eröffnung im Mai arbeite das Team jetzt täglich von montags bis freitags ab 5 Uhr im Laden, um erste Vorbereitungen zu treffen, „was fertig ist, wird dann verkauft. Bis 7 Uhr ist die Auslage in der Regel voll bestückt“, erklärt Kazmaci. Am Wochenende starte das Team zwei Stunden später. Der Verkauf läuft montags bis samstags bis 18:30 Uhr, sonntags bis 13 Uhr. In den kommenden Wochen plane man zudem, den Laden noch weiter zu dekorieren, „und weil wir wissen, dass das in dieser Nachbarschaft gut ankommt, wollen wir irgendwann auch ein Büchertauschregal hier einrichten.“ (ts)

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