In Wiesbaden eröffnet bald ein neuer Club

2017 entstanden erste Pläne, jetzt ist er fast fertig: Der Club „Badhaus 1520“ steht kurz vor der Eröffnung. Wir durften einen Blick in das historische Gewölbe in der Innenstadt werfen und haben erfahren, wann der Club voraussichtlich eröffnen wird.

In Wiesbaden eröffnet bald ein neuer Club

Ein riesiges Auge blickt von einer Wand in die Schellenbergpassage. Hinter dem Graffiti in dem eigentlich eher unscheinbaren Verbindungsweg zwischen Häfnergasse und „An den Quellen“ versteckt sich eine andere Welt. Denn die Tür, die das Auge verdeckt, führt direkt in ein historisches Gewölbe. Schon bald soll dort das „Badhaus 1520“ eröffnen – Wiesbadens neuer Innenstadt-Club.

Wie der Name verrät, gehört der Club zur „Badhaus Bar“ in der Häfnergasse. Betreiber Christian Liffers hat schon 2017 mit den ersten Planungen begonnen, jetzt ist der Club im ehemaligen Hotel und Badhaus fast fertig. Alte Relikte erinnern noch an das 1520 erstmals erwähnte Badhaus, das zum Teil im Krieg zerstört wurde. Eisensäulen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ragen im Raum verteilt in die Höhe. An der Decke hängt eine Uhr, die in der verheerenden Bombennacht auf den 3. Februar 1945, als Teile Wiesbadens zerstört wurden, stehengeblieben ist.

Bald soll sich die Zeit in dem alten Gewölbe aber weiterdrehen. „Die Leute sollen herkommen, um Spaß zu haben“, sagt Christian Liffers. Es gibt zwei Tanzflächen, einige Sitzgelegenheiten, ein Podest für Acts und Platz für DJs. Im Hauptraum steht die lange, beleuchtete Bar vor einer Wand aus echten Pflanzen. Die Idee dazu kam während der Pandemie auf, weil die Pflanzen neben der modernen Luftfilteranlage für bessere Luft sorgen sollen, sagt Liffers.

Über der kleineren Tanzfläche gibt es einen buchbaren VIP-Raum, mit einer großen Glasscheibe, die sich für mehr Privatsphäre verdunkeln lässt. Dunkelt man die Scheibe nicht ab, blickt man auf ein riesiges Portrait der iranischen Influencerin Maedeh Hojabri. Sie wurde verhaftet, weil sie Tanzvideos veröffentlicht hat. Unter dem Hashtag #DancingIsNotaCrime entstand daraufhin weltweit eine Welle der Solidarität. „Ich wollte unbedingt ein Gesicht an der Wand haben und das hat sehr gut gepasst“, sagt Liffers dazu. Auch das große Graffiti-Auge an der Eingangstür gehört Maedeh Hojabri. Neben ihrem Portrait wird der Schriftzug „Tanzt. Tanzt. Sonst sind wir verloren“ zu lesen sein – ein Zitat der verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch.

Insgesamt wird der Club Platz für etwa 200 Menschen bieten. Tanzen wird man dort vor allem zu elektronischer Musik. „Es wird auf jeden Fall keine 90er-Jahre Partys geben“, kündigt Liffers an. Stattdessen werden DJs auflegen, an den Wänden werden passend zur Musik Lichtinstallationen zu sehen sein. Während es in der „Badhaus Bar“ viele Cocktails gibt, werden über den Clubtresen vor allem Longdrinks und Flaschengetränke gehen. Auch einige Cocktails werden serviert, die aber vorbereitet werden. Als Zielgruppe stellt sich Liffers Menschen zwischen 25 und 45 Jahren vor.

Viel fehlt nicht mehr bis zur Eröffnung. Die Toiletten werden bald fertiggestellt, letzte Sitzgelegenheiten aufgestellt. Eigentlich steht nur noch die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie im Weg. Nach der monatelangen Zwangsschließung dürfen hessische Clubs ab dem 4. März unter 2G-Plus-Bedingungen öffnen. Liffers plant mit einer Eröffnung um Ostern herum, spätestens aber im Mai. Dann soll der Club immer am Wochenende geöffnet sein, unter der Woche können die Räume für Veranstaltungen gebucht werden.

Nachtbürgermeister-Duo sieht Club als Chance für das Nachtleben

„Am liebsten wäre uns sogar, dass das Badhaus 1520 den Beginn von zwei oder drei weiteren Club-Gastronomien abbildet.“ - Pascal Rück und Daniel Redin, Nachtbürgermeister-Duo

Mindestens zwei Fans hat der Club schon vor seiner Eröffnung. Die beiden erst kürzlich ernannten Nachtbürgermeister der Stadt Pascal Rück und Daniel Redin finden die Idee „überragend.“ Rück betreut „Badhaus Bar“-Betreiber Christian Liffers schon seit Jahren mit seiner Kommunikationsagentur „wio“ und kennt das Konzept dementsprechend gut. „Wir können es kaum erwarten zuzusehen, wie sich ein bereits renommierter Gastronom und Kulturschaffender in der Innenstadt weiterentwickelt und für die Stadt und dessen Nachtschwärmer:innen ein mit Sicherheit tolles Angebot schafft“, sagt das Nachtbürgermeister-Duo. Beide sind fest vom Erfolg des Clubs überzeugt und hoffen, dass er zum Vorbild wird: „Am liebsten wäre uns sogar, dass das Badhaus 1520 den Beginn von zwei oder drei weiteren Club-Gastronomien abbildet. Denn am Ende wirkt sich ein breites Angebot positiv auf die gesamte Landeshauptstadt und das in ihr funktionierende Ausgehverhalten aus.“

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