Warum Schwimmen in Rhein und Main gefährlich ist

Eine Badeverordnung regelt ganz klar, wo man in deutschen Flüssen schwimmen darf. Den Wiesbadenern bleibt deshalb nur der Gang ins sichere Freibad.

Warum Schwimmen in Rhein und Main gefährlich ist

Wenn die Sonne wie am vergangenen Wochenende Hitze in Wiesbaden verbreitet und es in den Freibädern schon eng wird, verleitet der Rhein immer wieder dazu, sich im kühlen Nass des Flusses abzukühlen. Dabei ist das Baden in Deutschlands größtem Fluss an den meisten Stellen verboten — aus Sicherheitsgründen.

Gefährliche Strömungen

Denn der Rhein birgt, selbst für erfahrene Schwimmer, viele Gefahren. Zum einen sind es die natürlichen Strömungen im Fluss, die von der Wasseroberfläche aus nicht immer zu erkennen sind. Zum anderen aber auch die Strömungen, die durch die Schifffahrt im Wasser entstehen und einen Sog erzeugen können. Erst vergangene Woche wurde der Fluss zwei Erntehelfern zum Verhängnis, die sich vom Nackenheimer Rheinufer aus abkühlen wollten. Der Rhein riss die beiden Männer mit und spülte sie bis in den Mainzer Stadtteil Laubenheim. Dort wurden sie einige Tage später tot aufgefunden.

Auch aus dem Main musste die Feuerwehr im Juni einen Mann bergen, der dort offensichtlich baden wollte. Ein Passant entdeckte die Leiche in Rüsselsheim. Hinweise auf Fremdeinwirkungen gab es keine, der Mann trug Badebekleidung.

Merkurist-Leser Michael wundert sich. Er findet, dass einige Wasserstellen eigentlich ganz harmlos aussehen. Vor allem an der Mündung zwischen Rhein und Main in Kostheim habe er sich schon oft gefragt, warum das Baden dort nicht erlaubt ist.

Klare Regeln

An welchen Flussstellen man in Deutschland ins Wasser steigen darf, regelt eine Verordnung aus dem Jahr 1970. „Offiziell gekennzeichnete Badestellen gibt es in Wiesbaden nicht, da an keiner Stelle eine entsprechende Aufsicht gewährleistet wird“, erklärt der Einsatzleiter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) am Standort in Mainz-Kastel. Ausnahmen, wie etwa das Neujahrsschwimmen der Feuerwehr, müssen vorher genehmigt und von Rettungsschwimmern überwacht werden. Gleiches gilt für den Main in Kostheim. In der Verordnung heißt es dazu: „Das Baden und Schwimmen ist allgemein verboten: am rechten Ufer im Bereich der Mainmündung von Stromkilometer 496 bis Stromkilometer 497“, also an genau der Stelle, an der Michael seinen Erzählungen zufolge immer wieder Schwimmer sieht.

„Der Rhein ist kein Badesee oder Schwimmbad.“ - Feuerwehr Wiesbaden

Genau davor warnt aber die Wiesbadener Feuerwehr auf ihrer Homepage, ebenso wie vor anderen Stellen entlang des Rheinufers. Dort heißt es „Der Rhein ist kein Badesee oder Schwimmbad, sondern eine schnell fließende, stark befahrene Wasserstraße. “ Die Feuerwehr weist außerdem darauf hin, dass die Strömung auch gefährlich sein kann, wenn man nur mit den Beinen ins Wasser läuft. „Insbesondere spielende Kinder am Uferrand erkennen diese Gefahr meist zu spät und könnten damit in die Fluten gerissen werden“, heißt es weiter. (ms/ts)

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