Deshalb schließt die Bäckerei Walser gleich mehrere Filialen

Zwei Filialen der Bäckerei Walser haben seit Kurzem geschlossen. Dabei hieß es zunächst, die Schließungen seien nur vorübergehend. Inhaberin Manuela Walser erklärt, wie es für die Traditionsbäckerei weitergeht.

Deshalb schließt die Bäckerei Walser gleich mehrere Filialen

Walser Brot gehört zu den Traditionsbäckereien Wiesbadens. 1962 übernahmen Siegfried und Hildegard Walser die ehemalige Bäckerei Michel in der Gneisenaustraße. Jetzt führen Manuela und Dirk Walser die Bäckerei bereits in zweiter Generation als Familienunternehmen. Aus einer Filiale wurden über die Jahre insgesamt sieben. Gleich fünf Stadtteile verpflegte die Bäckerei bis vor Kurzem täglich mit Brot, süßen Teilchen und anderen Backwaren. Das ändert sich jetzt allerdings, denn zwei der Filialen haben geschlossen.

Sowohl an der Tür der Bäckerei in der Biebricher Rathausstraße als auch am Laden am Kranzplatz wies zunächst ein Zettel darauf hin, dass die Bäckereien wegen Krankheit vorübergehend geschlossen seien. Es fehle an Personal, bestätigte eine Mitarbeiterin damals. Jetzt steht die Filiale in Biebrich allerdings leer und auch am Kranzplatz gehen in Zukunft keine Brötchen mehr über die Theke.

„Wir wollen zurück zu unseren Wurzeln.“ - Manuela Walser, Inhaberin

„Wir wollen uns nicht mehr vergrößern“, erklärt Inhaberin Manuela Walser die Schließungen. „Wir wollen zurück zu unseren Wurzeln.“ Das Personalproblem spiele dabei eine große Rolle. „Man ist immer auf der Suche nach Mitarbeitern, egal ob jemand aufhört oder krank ist“, sagt die 55-Jährige. Da bleibe für sie und ihren Mann wenig vom eigentlichen Handwerk übrig. „Das ist einfach nicht unsere Welt.“

Mehr Zeit für das Handwerk

Deshalb sei es für sie die beste Lösung, Filialen zu schließen, um selbst wieder näher am Kunden, beziehungsweise in der Backstube sein zu können. Sie selbst arbeite gerne in der Filiale in der Gneisenaustraße und mag es, mit den Kunden zu sprechen. Ihr Mann Dirk lebe seine Leidenschaft als Bäckermeister in der Backstube aus. Dafür sei seit der Schließung der beiden Filialen wieder mehr Zeit.

„Wir hoffen, unsere Kunden verstehen das.“ - Manuela Walser

Ob noch weitere Filialen schließen werden, werde sich noch zeigen, sagt Walser. Ein Geschäft schließe man schließlich nicht von einem auf den anderen Tag. Aber ein langfristiges Ziel sei die Verkleinerung schon. „In der ersten Zeit hatten wir nur drei Filialen und da waren wir sehr glücklich“, sagt Walser. Dieses Gefühl wünscht sich die 55-Jährige zurück. „Wir hoffen, unsere Kunden verstehen das.“

Kunden der geschlossenen Filiale am Kranzplatz können zukünftig beispielsweise in den Laden in der Mauergasse gehen. Auch die Filialen in der Gneisenaustraße, der Liebenaustraße und in der Saarstraße sind noch ganz normal geöffnet. (js/ts)

Logo