Eindrücke vom ersten Wiesbadener Superblock-Sonntag

Am Sonntag waren mehrere Wiesbadener Straßenzüge für den Autoverkehr gesperrt. Stattdessen waren die Viertel bevölkert von Anwohnern, Flohmarktständen und Umweltinitiativen. Wir haben uns dort umgesehen.

Eindrücke vom ersten Wiesbadener Superblock-Sonntag

Am Sonntag gehörten einige Straßenzüge des Inneren Rheingauviertels, die Herderstraße in Wiesbaden-Mitte und das Innere Dichterviertel nur ihren Anwohnern. Im Rahmen des ersten Wiesbadener „Superblock-Sonntags“ wurden die Viertel für den regulären Autoverkehr gesperrt und in verkehrsberuhigte Zonen umgewandelt (wir berichteten).

Statt von Verkehr wurden die Straßenzüge von Verkaufsständen, Kleidertauschbörsen und Informationsständen von Umweltorganisationen gesäumt, während Jung und Alt sich auf den Straßen tummelten.

Die schönsten Eindrücke des autofreien Sonntags

Veranstalter des „Superblock-Sonntags“ war das Umweltamt Wiesbaden. Zurück geht die Aktion auf eine Initiative des Wiesbadener Jugendparlaments. Der Tag solle zeigen, wie Straßen menschenfreundlicher gestaltet und welche anderen Mobilitätsformen in Innenstädten umgesetzt werden können. „Nachhaltige Mobilität und das Vorstellen von innovativen Verkehrskonzepten ist uns sehr wichtig,“ erklärt eine Mitarbeiterin vor Ort gegenüber Merkurist.

In jedem Straßenzug der autofreien Viertel wimmelte es am Sonntag von Flohmarktständen. Die Bewohner verkauften dort gebrauchte Kleidung, Schuhe, Schmuck, Bücher, Filme, Spielzeug und Geschirr.

Nicht selten konnte beobachtet werden, wie Gartenzäune zur Anrichte für Kleidung umfunktioniert wurden.

Nicht nur Privatpersonen veranstalteten Flohmärkte. „Fridays for Future Wiesbaden“ bot in der Rüdesheimer Straße im Rheingauviertel eine Kleidertauschbörse an.

In der Kleiststraße im Dichterviertel konnten unter dem Motto „Blühendes Wiesbaden“ Blumenzwiebeln und Samen getauscht werden.

Neben Verkaufsständen wurden Kulturveranstaltungen wie Lesungen, kleine Konzerte oder eine Modenschau in der Karlstraße organisiert.

Wer Lust auf Schach hatte, konnte an der Rauenthaler Straße eine Partie spielen.

Auch für Essen und Trinken war gesorgt. So verkauften Kinder selbstgemachte Limonade.

In der Rüdesheimer Straße fand das „Frühstück uff' de Gass“ statt. Das kennen die Wiesbadener bereits vom Straßenfest. Es wird vom „Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden“ (AKU) organisiert. Ziel des Arbeitskreises ist es, die Menschen aus der Nachbarschaft mit dem Frühstück ins Gespräch zu bringen, erzählt ein Mitglied im Gespräch mit Merkurist.

Der Arbeitskreis war mit einem eigenen Stand vertreten und sammelte Bürgermeinungen zur Verbesserung der Lebensqualität im Rheingauviertel. „Wir wollen, dass die Stadt den Menschen und nicht der Industrie gehört. Dazu gehört bezahlbarer Wohnraum und keine Luxusrenovierungen,“ so ein Mitglied des AKU.

Neben dem „Arbeitskreis für Umwelt“ und „Fridays for Future“ waren weitere Organisationen mit Informationsständen vor Ort. Dazu gehörten der „Nabu“, der „Allgemeine Deutsche Fahrradclub Wiesbaden“, „KlarA“ und „foodsharingwiesbaden“.

Das Foodsharing am Herderplatz wurde sehr gut angenommen, erzählt ein Ehrenamtlicher gegenüber Merkurist. „Einige Kisten Obst und Gemüse sind heute weggekommen.“ Und das, obwohl viele Menschen noch Skrupel hätten kostenlose Lebensmittel anzunehmen, ergänzt er.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Tag,“ erklärt auch eine Mitarbeiterin des Umweltamtes gegenüber Merkurist. „Wir sind ganz geflasht, dass bei dem guten Wetter nicht alle im Freibad sind. Es ist überall etwas los, die Leute sind auf den Straßen und es herrscht eine entspannte Atmosphäre.“

Auch die Wiesbadener hätten sich ihr gegenüber nur positiv über den Tag geäußert, erklärt die Mitarbeiterin des Umweltamtes. „Ganz viele Fragen schon, ob wir das nächstes Jahr wieder machen. Eine Bürgerin hat gesagt: jedes viertel Jahr. Der Wunsch danach das öfters zu machen, ist also groß.“

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