Warum die Feuerwehr im Moment so oft beim ehemaligen „Möbel Boss“ zu sehen ist

Immer wieder war die Feuerwehr in den vergangenen Wochen in der Mainzer Straße zu sehen. Um gewöhnliche Einsätze handelte es sich dabei aber nicht.

Warum die Feuerwehr im Moment so oft beim ehemaligen „Möbel Boss“ zu sehen ist

Leiter, Tragen und Helme — wer in der vergangenen Zeit in der Mainzer Straße unterwegs war, konnte rund um die ehemalige „Möbel Boss“ Filiale immer wieder Feuerwehrkräfte beobachten. Sie waren an dem leer stehenden Gebäude zugange — und zwar aus einem ganz bestimmten Grund.

Bei den 14 Einsatzkräften handelte es sich nämlich um Auszubildende des aktuellen Lehrgangs der Berufsfeuerwehr. Damit sie auf ihre späteren Einsätze gut vorbereitet sind, haben sie verschiedene Szenarien durchgespielt und geübt. Normalerweise geschieht das auf den Feuerwachen, doch wegen der Corona-Maßnahmen musste die Feuerwehr in diesem Jahr umplanen.

Theorie und Praxis

„Es war uns eine Herzensangelegenheit.“ - Abteilungsleiter Andreas Kleber

Weil sich von den Einsatzkräften niemand anstecken sollte, reduzierte die Feuerwehr alle gemeinsamen Aktivitäten auf ein Minimum. Wachen, Wachabteilungen und Freiwillige Feuerwehren wurden dabei strikt voneinander getrennt. „Es war uns eine Herzensangelegenheit, trotz der Geschehnisse, den jungen Kolleginnen und Kollegen einen sicheren Ausbildungs- und Arbeitsplatz bieten zu können“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Andreas Kleber. Dem Ausbildungsleiter Joachim Rossel war es zudem wichtig, dass alle pünktlich in den neuen Job starten konnten.

Nachdem der theoretische Teil der Ausbildung auf dem Gelände des Technischen Hilfswerkes (THW) am Siegfriedring abgeschlossen war, wurde die Feuerwehr schließlich auch auf der Suche nach einem Ort für die Praxis fündig: Das alte Möbelhaus. Die Besitzer - die Firma Lidl - stellten die Räume für die Übungen zur Verfügung. „Das Objekt besteht aus einem Lager, einem Verkaufs- und einem Verwaltungsgebäude, sodass eine Vielzahl von Einsatzszenarien unter sehr realistischen Bedingungen trainiert werden können“, erklärt die Feuerwehr.

Optimaler Ausweichstandort

„Die Feuerwehr ist immer wieder auf Unternehmen und Privatleute angewiesen.“ - kommissarischer Amtsleiter Johannes Mumbauer

„Die Feuerwehr ist immer wieder auf Unternehmen und Privatleute angewiesen, die entsprechende Objekte zur Verfügung stellen. So können wir unsere Auszubildenden optimal auf die Realität vorbereiten. Eine solide, realitätsnahe Ausbildung kann im Ernstfall Leben retten“, zeigt sich der kommissarische Amtsleiter Johannes Mumbauer dankbar.

Inzwischen sind die Einsatzkräfte aber wieder auf die Feuerwache 2 umgezogen. Dort herrschen noch immer hohe Hygienestandards und Regelungen, die sicherstellen, dass sich die Mannschaften nicht durchmischen. Als Übungsobjekt wird das ehemalige Möbelhaus aber immer noch genutzt. (ms)

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