Wie geht es am Schläferskopf weiter?

Seit drei Jahren hat das Waldrestaurant auf dem Schläferskopf bereits geschlossen. In der Stadtverordnetenversammlung wurde jetzt darüber diskutiert, wann die Gastronomie endlich wieder geöffnet wird.

Wie geht es am Schläferskopf weiter?

Wer den Aufstieg auf den 454 Meter hohen Schläferskopf am Rande von Dotzheim geschafft hat, sollte entweder nicht hungrig sein, oder seine Stärkung am besten selbst mitbringen. Denn ein Restaurant zum Einkehren gibt es dort schon lange nicht mehr. Das Waldrestaurant auf dem Berg im Taunus wurde 2017 zwangsversteigert und ging ein Jahr später in den Besitz der Stadt über. Seitdem steht es leer und Wiesbaden sucht nach einem neuen Betreiber.

Neuer Betreiber muss gutes Konzept vorlegen

Bereits im Oktober 2018 suchte die Stadt zum ersten Mal nach einem Pächter, der das Ausflugslokal wiederbeleben könnte. Die Voraussetzungen: Der neue Betreiber sollte Erfahrungen im gastronomischen Bereich mitbringen und ein nachhaltiges Konzept für das Lokal vorlegen. Dabei sollte er auch genaue Pläne zur Restaurierung der Gaststätte in der Tasche haben und die Bereitschaft Geld zu investieren mitbringen. Denn die Gaststätte selbst ist sanierungsbedürftig. Das Dach ist beschädigt, der Keller feucht und die Wasserzufuhr für Löschwasser muss erneuert werden.

Diesen Herausforderungen war keiner der bisherigen Bewerber gewachsen, sodass die Stadt 2019 erneut öffentlich nach Interessierten fragte. Über das Resultat des zweiten Verfahrens diskutierte Stadtrat Hans-Martin Kessler nach einer Anfrage von Dorothée Andes-Müller (Grüne) in der letzten Stadtverordnetenversammlung. Das Ergebnis: ernüchternd.

Wenige Interessenten

„Im zweiten Verfahren meldeten sich wenige Interessenten.“ - Hans-Martin Kessler, Stadtrat

„Im zweiten Verfahren meldeten sich wenige Interessenten, einige davon haben kurz nach Abschluss des Verfahrens ihr Interesse zurückgezogen“, so Kessler. Die verbliebenen Konzepte aus beiden Runden habe man daraufhin vertieft geprüft und intensive Gespräche mit einem Interessenten geführt. Jetzt wolle man besprechen, wie man weiter vorgehe.

In der Zwischenzeit hält die Stadt auch weiter daran fest, die Sanierungsarbeiten von dem neuen Betreiber in Auftrag geben zu lassen und das Gebäude nicht etwa selbst zuvor sanieren zu lassen. Grund dafür sei, dass die Arbeiten an das neue Gastronomiekonzept angepasst werden sollen. Wie genau das Betreibermodell zwischen Stadt und Pächter oder Mieter dann aussehen soll und wer welche Kosten übernehmen muss, wolle man dann gemeinsam klären. Die Investitionskosten bewegen sich nach ersten Schätzungen zwischen zwei und drei Millionen Euro.

Neue Busverbindung in Planung?

Im Rahmen der Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung kam auch die Frage nach einer Busverbindung auf den Schläferskopf auf. Bis 2009 war der Berg durch die Linie 50 an den Busverkehr angeschlossen. Die Ausflugslinie startete am Dürerplatz, fuhr über die Aarstraße in Richtung Eiserne Hand und bog auf Höhe der Eisernen Hand in Richtung Schläferskopf ab. Die Haltestelle befand sich direkt in der Wendeschleife vor dem Schläferskopf. Sie fuhr allerdings nur im Sommer, anfangs mittwochs, samstags und sonntags. Später wurde das Angebot dann auf das Wochenende reduziert und wegen zu wenig Nachfrage schließlich vor 10 Jahren eingestellt.

„Sofern dort wieder eine regelmäßige Nutzung etabliert wird, ist eine erneute Anbindung zu prüfen.“ - ESWE Verkehr-Sprecherin

Auf Anfrage erklärt eine ESWE Verkehr-Sprecherin jetzt, dass es aktuell keine Planungen gebe, den Berg wieder mit einer Buslinie anzubinden. Zumindest, bis auf dem Schläferskopf wieder mehr Betrieb ist: „Sofern dort wieder eine regelmäßige Nutzung etabliert wird, ist eine erneute Anbindung zu prüfen.“

Weiter warten

Bis es etwas Neues gibt, müssen die Wiesbadener also auch weiterhin ohne Gastronomie und Busanbindung auf dem Schläferskopf auskommen. Zumindest den 31 Meter hohen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Turm können Besucher des Bergs an einigen Tagen besteigen und die Aussicht über Wiesbaden genießen. Der Turm wurde 2015 saniert und öffnet seitdem an besonderen Tagen wie dem „Tag des offenen Denkmals“ seine Pforten. Wenn sich ein neuer Betreiber für das Ausflugsziel Schläferskopf gefunden hat, soll auch der Turm wieder öfter geöffnet sein. (ts)

Logo