Bund der Steuerzahler: „Steuerzahler müssen für Brita-Arena bluten

Der Ausbau der Brita-Arena soll für eine höhere Kapazität des Stadions gemäß der Auflagen der Deutschen Fußball Liga sorgen. Diese wurden nun geändert, der Bund der Steuerzahler spricht von Verschwendung von Steuergeldern.

Bund der Steuerzahler: „Steuerzahler müssen für Brita-Arena bluten

Der Ausbau der Brita-Arena schreitet weiter voran, die neue Westtribüne nimmt Gestalt an. Diese braucht der SV Wehen Wiesbaden, um in der 2. Liga spielen zu dürfen, so sind die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL). Inmitten der Umbauarbeiten wurden diese aber geändert, der Ausbau auf 15.000 Plätze ist kein Muss mehr. Gestoppt werden die Arbeiten in diesem Stadium nun aber natürlich nicht mehr. „Das ist Steuerverschwendung“, sagt der Bund der Steuerzahler (BdSt) und „droht“ mit einem Platz im Schwarzbuch für Steuerverschwendung.

Aber auch schon vor der DFL-Entscheidung gab es Kritik. Zwar geben sich die Betreiber des Stadions nach außen zwar als privat finanziert, doch das Land unterstützte den Ausbau mit Mitteln aus dem Sonderinvestitionsprogramm „Herausragende Sportanlagen“, so der BdSt. So flossen insgesamt 3,5 Millionen Euro — bezahlt aus Steuergeldern — in die Arena. Bei geschätzten Gesamtkosten von 8 bis 9 Millionen macht das mehr als ein Drittel aus.

Dabei gaben die Betreiber der Brita-Arena schon vor Beginn des Umbaus im März bekannt, dass die Vergrößerung auch unabhängig von den Fußballspielen schon länger geplant gewesen sei (wir berichteten). Denn die Brita-Arena habe sich in den vergangen Jahren nicht nur als Sportstätte, sondern auch als Eventlocation für Festivals und große Konzerte erweisen.

Wo liegt das Problem?

Die eigentliche Verschwendung sieht der BdSt darin, dass der Bedarf nach Fußball in Wiesbaden gering ist. Mit einem Zuschauerschnitt von rund 3000 Zuschauern pro Spiel lag der SVWW deutlich unter Ligaschnitt (8149 in der 3. Liga). Durch die DFL-Auflagen, die der BdSt als „absurd“ bezeichnet, war der Ausbau auf 15.000 Plätze ein Muss — auch wenn das etliche leere Plätze bedeutet. Noch einmal „unnötiger“ erscheint der Ausbau jetzt vor dem Hintergrund, dass dieser selbst aus DFL-Sicht nicht mehr notwendig ist.

„Eine Teilnahme am Spielbetrieb der 2. Bundesliga wäre ohne Neubau nicht möglich.“ - Sprecher SVWW

Für den SV Wehen Wiesbaden ist der Ausbau dennoch notwendig, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilt: „Es gibt viele Gründe für den Ausbau: Die Gewährleistung der geforderten Kapazität, Erfüllung der Medienrichtlinien, zeitgemäße Arbeitsplätze für Polizei, Feuerwehr, Ordnungsdienst und Stadionregie zur Gewährleistung der Sicherheit“, nennt er einige Beispiele. „Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass eine Teilnahme am Spielbetrieb in der 2. Bundesliga ohne den Neubau nicht möglich wäre“, so der Sprecher.

Der Bund der Steuerzahler freut sich trotzdem, dass die DFL-Auflagen abgeschafft wurden. „Das Umdenken ist eine gute Nachricht für die vielen kleinen Fußballclubs und auch die Steuerzahler, die für die Umsetzung von Stadionbauprojekten ja leider nur allzuoft herangezogen werden“, so der BdSt in einer Mitteilung. (nl)

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