Kopftuchverbot im Trampolinpark: Muslima fühlt sich ausgegrenzt

Einer jungen Muslima wurde der Eintritt in den Trampolinpark „Superfly“ verwehrt. Laut Betreiber sind Kopfbedeckungen aller Art dort verboten. Doch wie sollen gläubige Musliminnen dort sonst springen?

Kopftuchverbot im Trampolinpark: Muslima fühlt sich ausgegrenzt

Es sollte ein schöner Tag werden, an dem Rana* mit ihren Freundinnen den Trampolinpark Superfly in Nordenstadt besuchen wollte. Doch daraus wurde nichts. Schon am Eingang wurde die Muslima abgewiesen. Der Grund: Ihr Kopftuch.

Von diesem Vorfall berichteten mehrere islamische Onlinemagazine. Auch Beschwerden hätten das Personal nicht umstimmen können — gläubige Muslimas mit einem Kopftuch dürfen nicht Trampolin springen.

Keine Kopfbedeckungen erlaubt

„Man lässt nicht zu, dass wir am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, erklärt die junge Muslimin gegenüber islamiq.de. „So etwas macht mich wütend und traurig zugleich“, sagt sie. Auf mehrmalige Nachfrage von Merkurist äußerten sich weder Betreiber noch Pressestelle des Unternehmens zu den Anschuldigungen, die gegen Superfly erhoben wurden. Ob der Vorfall also tatsächlich so stattgefunden hat und ob es eine Möglichkeit gibt, sich — alternativ zum Kopftuch — zu bedecken, kann daher nicht geklärt werden.

Update vom 8. Februar 2019:

Der Sicherheitsbeauftragte des Trampolinparks bestätigte gegenüber Merkurist, dass das Tragen von Kopftüchern im Superfly nicht gestattet ist und verweist auf die Sicherheitsbestimmungen. Unabhängig von Religion oder Mode seien Kopfbedeckungen grundsätzlich und aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.

„Sollten sich Kunden also diskriminiert gefühlt haben, bedauern wir dies, können aber versichern, dass eine Diskriminierung nicht beabsichtigt ist, sondern alleine die Sicherheit beim Freizeitvergnügen im Vordergrund steht“, so der Sicherheitsbeauftragte. „Selbstverständlich kann mit Kopfbedeckungen, die Anlage betreten werden, der Gastro-Bereich benutzt werden oder sogar die Fläche betreten werden, z.B. um Fotos oder Videos von sich selbst oder Freunden zu machen. In diesen Fällen ist der Zutritt sogar kostenfrei. Es ist ausschließlich nicht möglich, die Teile der Anlage zu nutzen, in der Kopfbedeckungen oder Accessoires eine Gefahr für sich oder Dritte bedeuten.“

Wie islamiq.de weiter berichtet, sei es am Eingang außerdem zu einer hitzigen Diskussion gekommen. Ein Mitarbeiter habe die junge Frau sogar gefragt, ob sie das Kopftuch aus religiösen Gründen trage oder nicht.

Ein Blick in die Benutzungsregeln des Trampolinparks zeigt jedoch, dass Kopfbedeckungen jeglicher Art tatsächlich nicht erlaubt sind. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Mütze, Kappe, oder eben ein Kopftuch handelt. Warum gerade ein, meist fest und rutschsicher gebundenes, Kopftuch darunter fällt, bleibt offen.

Alternativlos

Eine Alternative für Musliminnen, die gerne den Trampolinpark in Nordenstadt besuchen möchten, gibt es nicht. Laut dem islamischen Nachrichtenmagazin, das den Fall schildert, habe ein Sicherheitsbeauftragter von Superfly erklärt, dass durch das Verbot von Kopfbedeckungen verhindert werden soll, dass anderen „Springern“ plötzlich die Sicht versperrt wird. Auch weist er auf die Gefahr durch Strangulation hin.

Und da hilft es auch nichts, wenn die Besucher vor dem Losspringen eine Haftungserklärung unterzeichnen. Darin erklären sie sich damit einverstanden, dass der Betreiber keine Haftung für mögliche „Personenschäden“, also durch Unfälle entstandenen Verletzungen übernimmt. Im Falle des Kopftuchs gehe es auch um die Gesundheit der anderen Gäste, so der Sicherheitsmann. (lp)

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