Dicht gedrängt im Aufzug - Bußgeld für Bouffier, Spahn und Co.?

Mehrere Politiker, darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, sind dicht gedrängt in einem Aufzug „erwischt“ worden. Das ruft die Polizei auf den Plan.

Dicht gedrängt im Aufzug - Bußgeld für Bouffier, Spahn und Co.?

Abstand halten ist das Gebot der Stunde. 1,5 Meter, besser noch: zwei Meter Abstand sollte man zu seinen Mitmenschen halten. Ausgenommen davon sind Mitbewohner. Ob Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU), Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne), Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer WG wohnen? Eher unwahrscheinlich. Und trotzdem stehen sie — mit noch sieben anderen Personen — dicht gedrängt in einem Aufzug.

Das Foto, das hr-Mitarbeiter Bodo Weissenborn eingefangen hat, sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Empörung. „Nichts verstanden!“ und „Gilt der Mindestabstand nicht für alle?“, sind häufige Kommentare, die unter dem Foto zu lesen sind.

Parlamentarische Immunität?

Entstanden ist das Foto bei einem Medientermin in der Gießender Uniklinik. Die Politiker informierten sich dort über den Kampf der Krankenhäuser gegen das Coronavirus. Und da trugen alle Beteiligten zwar vorbildlich einen Mundschutz, drängten sich dann aber trotzdem gemeinsam in einen Fahrstuhl. „Das muss diese parlamentarische Immunität sein“, scherzt ein Twitter-User.

„Ganz klar: Das geht besser.“ - Jens Spahn

Für Minister Spahn ist die Aktion weniger lustig. „Ganz klar: Das geht besser. Auch mit Mundschutz Abstand halten. Und das nächste Mal einfach die Treppe nehmen“, kommentiert er den Schnappschuss. Und auch die Hessische Staatskanzlei lässt ausrichten: „Da muss man nicht groß drumherum reden: Das hätte nicht passieren dürfen. Auch wenn alle Mundschutz tragen… in diesem Aufzug stehen zu viele Menschen.“

Polizei eingeschaltet

Gut möglich, dass „Aufzug-Gate“, wie der Vorfall genannt wird, für die Beteiligten außer Schamgefühle noch weitere Konsequenzen haben wird. Wie die Polizei Mittelhessen schreibt, seien mehrere Hinweise, Mitteilungen und Anzeigen bezüglich des Fotos eingegangen. „Sie werden derzeit gesammelt und anschließend an die Verfolgungsbehörde/Bußgeldstelle abgegeben.“ Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit muss jeder Teilnehmer ein 200 Euro hohes Bußgeld zahlen. Ob auch die Politiker zur Kasse gebeten werden, bleibt abzuwarten. (rk)

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