Polizei wird mit Tasern ausgestattet

Minister Peter Beuth stellt Neuerungen vor

Polizei wird mit Tasern ausgestattet

Seit Mai 2017 testet das Überfallkommando in Frankfurt am Main und seit November 2017 das 1. Polizeirevier in Offenbach im Rahmen eines Probebetriebs den Einsatz von Tasern. Da sich die Waffe bewährt hat, ziehen nun andere Präsidien nach.

Beim Einsatz der Taser werden Pfeile, die mit einem Draht verbunden sind, aus einer Distanz von drei bis fünf Metern abgeschossen. Diese dringen dann etwa einen Zentimeter tief in die Haut des Angeschossenen ein. Gezielt wird mithilfe eines Laser-Punktes. Über einen Draht werden die Pfeile dann unter Strom gesetzt, ein Stromimpuls von ein bis drei Milliampere mit einer Spannung von 50.000 Volt wird abgegeben. Dieser führt bei dem Getroffenen durch das Ansprechen von Nerven und Muskeln für einige Sekunden völliger Handlungsunfähigkeit.

„Der Taser soll die Schusswaffen bei der Polizei nicht ersetzen, wird aber als taktisches Einsatzmittel eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung unserer Schutzleute sein“, erklärte Hessens Innenminister Peter Beuth am Mittwoch. Vor allem der präventive Effekt sei im Einsatz wertvoll, auch das habe sich während der Testphasen gezeigt. „Die Androhung des Einsatzes hat oftmals zu einer Deeskalation geführt.“

Stufenweise Aufrüstung

Zunächst sollen sogenannte Unterstützungseinheiten - wie etwa das Frankfurter Überfallkommando - und die hessischen Innenstadtreviere im Umgang mit Tasern geschult und ausgerüstet werden. Vorläufig wird die Waffe nur in Situationen zum Einsatz kommen, in denen ein oder mehrere Polizisten den Beamten mit dem Taser absichern. Zukünftig soll es hessenweit aber in jedem Polizeirevier Taser geben.

„Wir werden die Ausrüstung der gesamten Polizei weiter verbessern.“ - Peter Beuth

Doch die Elektroschock-Waffen sind nicht die Einzige Neuerung, die Beuth in dieser Woche präsentieren konnte. „Wir werden die Ausrüstung der gesamten Polizei weiter verbessern“, so der Innenminister. So wird zum Beispiel die Standard-Maschinenpistole nach und nach durch leistungsstärkere Mitteldistanzwaffen ersetzt. Auch wurde eine Spezialeinheit bereits mit modernen Gewehren ausgestattet.

Mehr Polizisten, bessere Kommunikation

Darüber hinaus sollen - bis 2022 - 1520 zusätzliche Polizisten in Hessen für mehr Sicherheit sorgen. „Das ist ein Stellenplus von elf Prozent“, so Beuth. Die ersten 140 zusätzlichen Polizisten nehmen noch in diesem Jahr den Dienst auf.

Mit einem neuen Messengerdienst können die Polizisten in Zukunft besser und schneller miteinander kommunizieren. Der Chat mit dem Namen HePolChat wird noch in diesem Jahr allen Dienststellen landesweit zur Verfügung stehen. Er ermöglicht die Kommunikation zwischen Computern, Smartphones und Tablets - hersteller- und betriebssystemübergreifend. „So können zum Beispiel Fotos von vermissten Personen sofort an alle Anwender geschickt werden oder im Gegenzug Bilder von Einsatzorten an die Dienststelle übermittelt werden“, erklärte Beuth.

Logo