Bürgerinitiative reagiert mit eigenen Plakaten auf Anti-Citybahn-Plakate in der Biebricher Allee

Die Bürgerinitiative Pro Citybahn hat spontan auf die neuen Plakate gegen die Citybahn in der Biebricher Allee geantwortet. Sie sieht darin eine Desinformationskampagne, die es aufzuklären gilt.

Bürgerinitiative reagiert mit eigenen Plakaten auf Anti-Citybahn-Plakate in der Biebricher Allee

Der Citybahn-Wahlkampf auf der Straße hat offiziell begonnen: Seit dem Wochenende hängen im Stadtgebiet viele verschiedene Plakate, die sich für oder gegen die Straßenbahn positionieren. Einige davon haben am Samstag besonders für Aufruhr gesorgt: Entlang der Biebricher Allee hat die Bürgerinitiative (BI) „Mitbestimmung Citybahn“ Plakate angebracht, die suggerieren, dass die meisten Bäume dort für den Bau der Bahn gefällt werden müssen (wir berichteten). Die BI „Pro Citybahn“ hat darauf jetzt mit eigenen Plakaten reagiert.

Unter oder über den Anti-Citybahn-Plakaten mit dem Aufdruck „Diese Bäume sollen sterben. Für die Citybahn“ hängen jetzt Plakate mit dem Slogan „Die Alleen bleiben erhalten. Dieser Baum auch. Fakten statt Lügen.“

Bürgerinitiative will „Lügen nicht unkommentiert stehen lassen“

„Wir werden offensichtliche Lügen nicht unkommentiert im Raum stehen lassen“, so Mathias Lück von der BI „Pro Citybahn“ dazu. Bei einem komplexen Projekt wie der Citybahn gebe es für jeden Bürger eine Reihe Pro- und Contra-Argumente abzuwägen, um seine Entscheidung zu treffen. „Das setzt aber voraus, dass die Öffentlichkeit nicht derart offensichtlich belogen wird.“

Die BI „Mitbestimmung Citybahn“ hatte die Plakate mit der Begründung angebracht, dass 200 Bäume im Stadtgebiet für den Bau der Bahn gefällt würden, die einen hohen Mehrwert zur Luftreinhaltung im stark belasteten Innenstadtbereich liefern. Ersatzpflanzungen am Stadtrand oder in anderen Wäldern wären kein Ausgleich, die Citybahn sei demnach schädlich für die Luftreinhaltung, so die Initiative am Samstag gegenüber Merkurist. Einige der Plakate waren zerstört worden, die Schuld gab die BI den „Citybahn Aktivisten“.

BI Pro Citybahn sieht Desinformationskampagne

Die Plakate trafen wegen ihrer Aussage „Diese Bäume sollen sterben. Für die Citybahn“ auf Kritik. Da sie an einer Vielzahl der Bäume in der Allee angebracht wurden, könnten Vorbeifahrende es so verstehen, als müssten die meisten Bäume in der Allee gefällt werden. Es steht allerdings noch nicht genau fest, wie viele Bäume im Rahmen des Baus der Straßenbahn tatsächlich im Stadtgebiet gefällt werden müssten. Entlang der Biebricher Allee sollen laut Citybahn GmbH jedenfalls schätzungsweise 90 Prozent der Bäume bleiben, Ersatzpflanzungen sind wenn möglich in der Nähe geplant.

„Diese Kampagne schreckt auch vor Lügen nicht zurück.“ – Mathias Lück, BI Pro Citybahn

Die BI Pro Citybahn sieht darin eine gezielte Aktion: „Diese Plakate sind die logische Fortsetzung einer Desinformationskampagne, die die Straßenbahngegner seit Beginn des Projektes betreiben und die nicht zuletzt der Grund für die optisch präsente Ablehnung in der Biebricher Allee ist“, sagt Mathias Lück von der BI Pro Citybahn dazu. „Diese Kampagne schreckt auch vor Lügen nicht zurück – die Drohkulisse der ‘Rodung der Allee’ oder die immer wieder verbreiteten Fotomontagen mit Oberleitungsmasten in der Mitte der Allee sind dafür nur zwei prominente Beispiele.“

Besonders Bäume seien ein emotionales Thema, mit dem sich gut manipulieren und polarisieren lasse. „Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, dass vier der fünf Haupt-Stressfaktoren, die zum frühzeitigen Sterben von Straßenbäumen führen, direkte Folgen des Straßenverkehrs sind und dass erschreckend viele der Linden in der Allee durch den zweiten Dürresommer in Folge schon jetzt angegriffen aussehen“, so Lück weiter.

„Wir haben in der Vergangenheit oft auf derartige Missstände hingewiesen und werden es auch künftig tun.“ - Mathias Lück

Die eigenen Plakate habe man händisch produziert und spontan angebracht. Weniger als ein Dutzend hängen davon jetzt an den Bäumen. Vielleicht ergänze man noch welche. „Wir haben in der Vergangenheit oft auf derartige Missstände hingewiesen und werden es auch künftig tun“, erklärt Lück. Es solle aber auch keine Materialschlacht entstehen. (mo)

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