Wiesbadener Stadtwerke warnen Bürger davor, mit Strom zu heizen

Überlastung der Netze droht

Wiesbadener Stadtwerke warnen Bürger davor, mit Strom zu heizen

Laut den Stadtwerken Wiesbaden sind derzeit in den Wiesbadener Baumärkten besonders Heizlüfter gefragt. Sie sollen bei knapper werdendem Gas helfen, günstiger heizen zu können. Doch die Stadtwerke warnen die Bürger bereits jetzt, dies bloß nicht zu tun.

Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Lautz sagt, könne es beim übermäßigen Einsatz der Geräte zu Überlastungen der Stromnetze und damit zu unkontrollierbaren Stromausfällen kommen. Das Wiesbadener Stromnetz sei auf den üblichen Verbrauch ausgelegt, wenn auch mit einer Sicherheitsreserve. Würde das Stromversorgungsnetz mit gleichzeitigen, plötzlichen und ungewöhnlich hohen Überlastungen konfrontiert, greifen sofort Schutzmaßnahmen. „Im Klartext heißt das: Betroffene Netzbereiche werden automatisch abgeschaltet, es fließt kein Strom mehr“, so Lautz. Für alle Kunden in diesen Bereichen käme es dann zum Stromausfall.

Diese könnten dann noch weitreichender werden, wenn die Geräte während eines Stromausfalls nicht direkt von den Benutzern ausgeschaltet würden. Denn die Stadtwerke hätten dann kaum Möglichkeiten, die Netze wieder schnell und zuverlässig hochzufahren. Ein langer Stromausfall könne die Folge sein.

Derzeit heizen etwa 50 Prozent der rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas. Käme nun an einem sehr kalten Wintertag in der Hälfte dieser Haushalte ein elektrisches Heizgerät zum Einsatz, würde das einen zusätzlichen elektrischen Verbrauch von rund 20 Gigawatt bedeuten. Dies entspräche einer Steigerung der aktuellen Jahreshöchstlast in Deutschland um ein Viertel. Weder die Stromnetze noch die vorhandenen Kraftwerke könnten dies leisten, zumal Gaskraftwerke in einer Gasmangellage ebenfalls nicht verfügbar wären.

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