Viele freie Termine: Mende und Franz hoffen auf mehr Impfbereitschaft

Bei einer virtuellen Pressekonferenz haben Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Oliver Franz an die Wiesbadener appelliert, sich impfen zu lassen. Im Impfzentrum sind in den nächsten Wochen noch viele Termine frei.

Viele freie Termine: Mende und Franz hoffen auf mehr Impfbereitschaft

Mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren – so viele Menschen müssten laut Robert Koch-Institut (RKI) vollständig geimpft sein, um eine vierte Welle im Herbst zu vermeiden. Derzeit sind deutschlandweit 72,8 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, 42,9 Prozent der 18- bis 59-Jährigen und nur 1,8 Prozent der unter 18-Jährigen.

Die Stadt Wiesbaden will vor allem den jungen Leuten einen Anreiz geben, sich impfen zu lassen und veranstaltet deshalb eine Impfaktion für 12- bis 17-Jährige im Impfzentrum. Aber auch an den Rest der Wiesbadener appellieren Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) und Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz (CDU), das Impfangebot anzunehmen.

„Nach langen Monaten der Mangelverwaltung ist jetzt genügend Impfstoff vorhanden, um schnell voranzukommen“, sagten Mende und Franz bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag. „Unser Appell geht an die Bürgerinnen und Bürger, diese Chance zu nutzen, um sich selbst und andere zu schützen. Lassen Sie sich impfen!“ Während bei den Hausärzten aktuell die meisten Termine bereits vergeben sind, seien allein in der nächsten Woche 4100 Termine im Impfzentrum frei. In der übernächsten Woche gebe es sogar 6500 freie Termine.

Sich impfen zu lassen bedeute nicht nur, sich selbst gegen eine Erkrankung zu schützen. Es trage auch dazu bei, eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern und die Verbreitung der Infektionen zu reduzieren. „Es muss deshalb so viel wie möglich geimpft werden“, betonten Mende und Franz. In Zukunft gebe es auch weitere niedrigschwellige Impfangeboten in Gebieten mit hoher sozialer Bedarfslage. Aktuell findet eine Aktion in der Wellritzstraße statt. „Wo Menschen auf engem Raum zusammenleben, steigt die Infektionsgefahr. Deshalb setzen wir dort mit besonders leicht zugänglichen Impfangeboten an“.

Wenige Corona-Patienten in den Krankenhäusern

Auch der ärztliche Direktor der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden (HSK) Professor Dr. Ralf Kiesslich wandte sich bei der Pressekonferenz an die Wiesbadener. Zwar liege aktuell in ganz Wiesbaden nur ein Patient mit Corona auf der Normalstation und drei auf der Intensivstation, „trotzdem sind Hygienemaßnahmen weiter sinnvoll, da die Delta-Variante des SARS-CoV2 Virus deutlich ansteckender ist“, sagte Kiesslich. Weiterhin werde deshalb unter anderem nur ein Besucher pro Zimmer zugelassen.

„Nur komplett geimpfte Personen sind ausreichend vor der Delta-Variante ausreichend geschützt.“ - Professor Dr. Ralf Kiesslich, HSK

Die steigenden Corona Fallzahlen in Portugal und England zeigten die erhöhte Ansteckungsrate der Delta-Variante. „Wir haben in Deutschland aktuell sehr geringe Inzidenzen. Wir sollten deshalb die Impfungen weiter vorantreiben, da nur komplett geimpfte Personen vor der Delta-Variante ausreichend geschützt sind“, so Kiesslich. „Es ist jetzt ein Wettlauf mit der Zeit. Idealerweise erreichen wir eine Impfquote der erwachsenen Bevölkerung von 75 bis 80 Prozent noch im Laufe des Sommers, sodass wir eine vierte Welle im Herbst vermeiden können.“

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